Ja, jetzt ist der 14. Großglockner Berglauf vorbei und ich hab einen freien Tag heute gehabt. Da hab ich die Gelegenheit direkt für einen kleinen Berglauf genutzt (zur Abwechslung), denn nach dem Lauf ist bekanntlich vor dem Lauf, zusätzlich wollte ich wissen, wie viel „Saft“ steckt in den Beinen, nach dem anstrengenden Wochenende. Ach ja und damit es nicht zu leicht wird und der Berg auch eine Chance hat, bin ich gestern Abend noch schnell mit Sabrina und meinen Bruder auf die Werfener Hütte gegangen.
Der Plan steht, nur wo soll es hingehen? Da Sabrina und ich vor zwei Wochen, im Tappenkarseegebiet unterwegs waren ( Ruhetag einmal anders… ), dachte ich mir spontan ich könnte doch auf den Glingspitz laufen. Dieser ist im Tal der letzte Berg ganz hinten und schaut nett aus und vom Parkplatz am Jägersee (Kleinarl) aus, schaut es auch richtig weit aus. Also genau nach meinen Geschmack!
 Da stand ich nun um 08:00 Uhr an der Mautschranke, meine NEUE Suunto Ambit2 am Handgelenk und die Salomon S-Lab ULTRA an den Füssen (ruaaarrrr). Leider war ich nicht der Einzige, der diese Idee hatte, darum fuhren gefühlte tausend Fahrzeuge an mir vorbei in Richtung hinteren Parkplatz, aber egal dachte ich mir, „let´s Fetz“…
Die ersten vier Kilometer sind eher flach und ich konnte mich ganz gut warm laufen, der neue Salomon Trinkrucksack war noch etwas ungewohnt, aber nach zwei Kilometern hatte ich das Setup so, das nichts zwickte und zwackte. Am hinteren Parkplatz angekommen (wer es kennt) geht die Schotterstrasse in einen kleinen Schotterweg über und es wird immer steiler, auch diesen Übergang konnte ich problemlos laufen und so schraubte ich mich die Serpentinen in Richtung Tappenkarsee hinauf, vorbei an einigen „Wandersleuten“. Zu meiner Verwunderung lief es super gut, der Puls passte, die Beine auch und so kam ich richtig schnell zum steilsten Stück im ersten Anstieg, auch diesen Teil konnte ich super durchlaufen. Ich war, wie war das Wort nochmal, genau!  „Glücklich“, denn da ich nicht der „typische“ Bergläufer bin, sondern eher zu diesen Jungs passe : All Blacks, ist das ganze ja noch anstrengender ;). Da es aber wirklich gut lief, war ich dann auch unter einer Stunde am Tappenkarsee, SUPER! Ab jetzt ging es am Rand vom See in Richtung Tappenkarseealm und dann links weiter in Richtung Tappenkarseehütte bzw. zum Talschluss.



Vom Tappenkarsee in Richtung Glingspitz (ist der markante Berg l.)
Das flache Stück nutzte ich für die erste Jause. Klar, Jause klingt jetzt etwas übertrieben, denn es gab ein „Gel“, das ganze kann man dann schön in Ruhe im Laufen zu sich nehmen, also richtig schön gemütlich, aber bis zum Ziel ist es ja noch eine Weile.
Am Tappenkarsee vorbei geht es dann unter der Tappenkarseehütte in Richtung linke Talseite, ab da geht es wieder etwas steiler nach oben zum „Haselloch“ oder Wurmkogel. Hier spürte ich dann schon ein leichtes „Ziehen“ in den Oberschenkeln, besonders wenn es über größere Stufen am Steig nach oben ging, aber ich konnte dennoch ganz gut laufen. Unterm Wurmkopf angekommen, zweigt man dann rechts ab richtig Glingspitz. Dieser Steig ist dann bedeutend steiler so musste ich hier leider einige Passagen gehen (man kommt zwar auch schnell voran, aber es heißt ja BERGLAUF…).
Während ich in Richtung Glingspitz „ging“ fiel mir auf der rechten Seite der wirklich „wunderschöne“ Grad auf, hmmm dachte ich mir, warum laufe ich diesen denn nicht einfach entlang zurück …. ?!? Während ich so nachdachte, kam ich schon zum Gipfelvorbau, der recht schnell überwunden war und da stand ich schon am Gipfel.

Glingspitz (2433m)
Ich kann euch nur sagen: super, perfekt und wunderschön. Der Gipfel steht eigentlich recht „frei“ da und man hat einen wunderbaren Ausblick auf: Mosermandl, Faulkogel, Keeskogel im Großarltal und Arnkogel. Ich nutze die Zeit natürlich nicht nur mit Ausblick genießen, sondern auch mit Nahrungsaufnahme, sprich „a Jausn“. Diesmal gab es Banane und Müsliriegel, wobei die Banane mein persönlicher Tipp ist. Die liebe Banane kann man essen, ob es kalt oder warm ist, das Ding ist immer in der gleichen Konsistenz. Man kann sie mit einem Puls von 195 essen ohne Darmdurchbruch oder Magenkrämpfe zu bekommen. Wenn man zu faul ist anständig zu kaufen, dann kann man sie auch einfach als ganzes schlucken. PERFEKT! Ach ja und sie ist gut für die Augen!
Nachdem ich recht zügig die „Jausn“ gegessen habe ging es natürlich weiter über diesen schönen Grad in Richtung „Draugsteintörl“, ich musste ja wieder zurück zum Tappenkarsee, warum also nicht Grad entlang?
Grad Richtung Draugsteintörl vom Glingspitz aus
Nach der kurzen Verschnaufpause startete ich voller Energie in die nächste Etappe, die Beine liefen noch ohne größere Probleme, aber mit jedem Meter auf diesem Grad und jedem „kleinen“ Gipfel-Anstieg und kurz danach wieder Abstieg, mal 10hm steil nach oben, danach 20hm wieder steil nach unten, spürte ich meine Beine immer mehr. Zusätzlich konnte ich nicht unbedingt einen guten Rhythmus finden und so wurde aus meiner Oberschenkelmuskulatur „Apfelmus“ mit jeden kleinen Anstieg und Abstieg. Erschwerend hinzu kam die Sonne raus und es wurde recht ungemütlich am Grad, unten Apfelmus in den Beinen und von oben brennt es auf dem Kopf.  Aber egal dachte ich mir, hab ja noch ein „GEL“, was ich dann umgehend meinen Körper zuführte, mit dem Ergebnis …. NIX! Pfoooaaaaa dachte ich, meine Beine leer, Gel´s leer und ich irgendwo, aber das war ja zu erwarten. Na gut was soll´s, sind ja dann nur mehr zwei oder drei Anstiege und schon bin ich da. Es hat dann etwas länger gedauert, waren ein paar Anstiege mehr aber, ich stand dann recht zügig am letzten der Gradgipfel am „Karteiskopf“.  Dazwischen lagen:

    • Riffel
    • Glettentörl
    • Kreuzeck (superschön!)
    • Karteistörl
    • Gurenstein
Am Karteiskopf (2203m) mit dem Tappenkarsee im Hintergrund
Der Grad zurück, ganz hinten ist der Glingspitz
Ab jetzt gings nur noch zum Draugsteintörl und dann nach UNTEN. An der Tappenkarseehütte vorbei zum Tappenkarsee, dann weiter hinaus zum Jägersee. Wobei ich ja ein „Genuss“-Downhill-Läufer bin, damit mir die Kniescheiben nicht gleich um die Ohren fliegen, gehe ich es bergab immer etwas lockerer an 😉
Hier die ganze Runde:

Fazit:
Super „Laufrunde“! Für alle die NICHT laufen wollen, auch zum Bergsteigen ist die Tour super. Man sollte jedoch genug Sonnenschutz dabei haben, nicht so wie ich, ein wenig schwindelfrei sein für die ersten Meter vom Glingspitz in Richtung Riffel.
Natürlich gibt es für die Hardliner unter Euch auch Daten: Am Ende bin ich 28km gelaufen, mit 1500HM im Aufstieg und Abstieg. Ich hoffe es läuft bald einer nach, denn ich kann diese Laufrunde nur empfehlen. 

v.r.n.l: Glingspitz, Riffel, Glettentörl, Kreuzeck, Karteistörl, Gurenstein und Karteiskopf