Wie toppt man eigentlich sensationelle drei Skitourentage? Genau, man hört auf, wenn es am besten ist. Es hätte also ruhig schlechtes Wetter geben können an unserem letzten Tag auf der Franz Senn Hütte. Keiner von uns wäre traurig darum gewesen. Aber bei unserem ersten Blick aus dem Zimmerfenster mussten wir leider feststellen, die Sonne schenkte uns noch einmal die volle Aufmerksamkeit. Also standen wir alle im Frühstücksraum und bereiteten uns für die letzte Tour vor. Die sollte uns auf den Gipfel der Östlichen Knotenspitze führen. Allerdings hatte auch die andere Alpenvereins-Gruppe den Plan. Und so zogen wir dann mit rund sechs Gruppen über den flachen Anstieg hinter der Hütte in Richtung Stiergeschwez. Ähnlich wie am ersten Tag zogen wir unsere Spur hinauf und überholten „Dank“ des schnellen Tempos auch die anderen Gruppen. Dafür mussten wir dann mal kurz Pause machen um den weiteren Aufstieg anzuschauen. Der sollte uns über einen noch vollkommen unverspurten Hang hinauf führen. Dieser Hang war mit 35 Grad auch nicht so flach und die Sicherheitsabstände zwischen uns wurden deutlich größer. unsere letzte Gruppe entschloss sich in der Sonne weiterzugehen und in einem Bogen oben wieder zu uns zu treffen. Wir wollten halt abkürzen. Also spurten vorne weg Christoph und Prelli.

Wirklich schneller sind wir nicht.

Wir kommen langsamer als erhofft über die zahlreichen Spitzkehren hinauf. Im Schatten ist es doch deutlich kälter. Als wir die Kuppe erreichen, erreichen wir auch wieder den Sonnenschein. Wir machen erneut eine kurze Pause, schauen uns den folgenden Weiterweg an. Wir mussten uns links haltend relativ gerade hinauf auf dem östlichen Knotenspitzferner bewegen. Das ist nur noch eine kleine Gletscherfläche. Wir treffen auf die Gruppe von Stefan und mussten feststellen, wirklich schneller waren wir also nicht. Zusammen und auch zusammen mit den zwei anderen Gruppen des Alpenvereins zogen wir also weiter. Wir hielten uns sehr nahe an den Felsen und stiegen in die Rinnen auf. Wir peilten die Aufstiegsrinne der Knotenspitze an, während ein weiterer Teil unserer Gruppe eher die Pulverhänge voll auskosten wollten. Wir entschlossen uns den unteren Teil der Rinne noch mit Skiern aufzusteigen. Wir waren insgesamt 11 Personen und kamen gut voran. Vor uns die andere AV-Gruppe.

Wir richteten in der Mitte der Rinne unser Skidepot ein. Franz und Andi stapften vor uns richteten uns schöne Tritte ein. Weiter oben reihten wir uns dann ein in die kleine Schlange. Die Bedingungen waren perfekt. Nachdem wir längere Zeit im Schatten gingen, erreichten uns oberhalb der Rinne, am Ausstieg auf den kurzen Blockgrat wieder die wärmenden Sonnenstrahlen. Der Verbindungsgrat zwischen Knotenspitze und Kreuzspitze bot uns noch mal eine kurze Kraxelei zum Gipfelkreuz. Es stellte sich fast zum schönsten Gipfel unserer Skitourentage heraus. Unerwartet perfekt, mit einer genialen Aussicht.

AV-Werfen hat auch dieses Jahr wieder gezeigt welch hohes Niveau im Verein vorhanden ist.

Wir haben diesen im Verhältnis doch etwas anspruchsvolleren Gipfel ganz ohne Bergführer gemacht. Wieder einmal ein Beweis für das absolut hohe Niveau unser Alpenvereins-Mitglieder. Wir genossen die Zeit hier oben und schauten unserer anderen Gruppe bei ihren Pulverschwüngen unten auf dem Knotenspitzferner zu. Wir freuten uns auch auf die Abfahrt und machten uns auf den letzten Abstieg unserer Skitourentage. Langsam und konzentriert stiegen wir die Rinne ab, zogen Steigeisen aus und die Ski an und fuhren einzeln die steile Rinne ab. Inzwischen komme ich auch schon gut runter. Und im unteren Bereich frönten wir dem Pulver in vollen Zügen. Was für ein Tag. Was für ein perfektes Wetter. Was für ein grandioser Schnee. Da hielten sogar die ermüdeten Beine durch.

Eine leckere Suppe soll es sein.

Zurück auf der Hütte schlugen wir alle noch mal richtig zu. Kuchen, Suppen, Weißbier und Kaiserschmarrn. Die Laune hätte besser nicht sein können. Die Abfahrt ging reibungslos und unkompliziert. Quasi ohne Skatingstrecke. Zurück an unserem Postbus – konnten wir uns erst einmal ausziehen und umziehen. Im Tal war es noch heißer als oben in der Sonne. Frühlingshaft warm. Wir möchten die Ski noch nicht in den Keller stellen. Aber die vergangenen vier Tage wären bereits ein perfekter Saisonabschluss gewesen. Eigentlich nicht mehr zu toppen. Aber wollen noch ein paar Touren gehen.

Touren in der Umgebung:

Kräulschartenspitze, Ruderhofspitze, Wildes Hinterbergl, Vorderer und Hinterer Wilder Turm