Guten Abend! Hier kommen sie, die neuesten News aus Peru – gerade frisch eingetroffen. Sie sind zurück aus dem Ischinka Tal, gesund und munter und glücklich. Ergebniss: Drei Gipfel sind erfolgreich bestiegen worden und alle Fünf haben zusammen gekämpft.

Wer es jetzt genau wissen will, der bekommt jetzt einen Auszug aus WU´s Tagebuch:

„Also am 1. Tag im Ischinka-Tal haben wir das Basecamp aufgebaut und versucht uns zu entspannen. Das Basecamp liegt auf 4300m und Heli, Simon, Prelli und Berni ist es auch in dieser Höhe gleich richtig gut gegangen. Nur ich hatte dagegen sehr große Probleme am ersten Tag.

Am 2. Tag sind wir dann um zwei Uhr früh aufgestanden und auf den Urus Este (5495m) aufgestiegen (1100hm). Hier ist es mir dann schon viel besser gegangen. Nach 3h30min ist die ganze Truppe am Gipfel angekommen bei schönsten Wetter 🙂

Der 3. Tag stand dann ganz im Zeichen der Ruhe und der weiteren Aklimatisation.

Am 4. Tag sind wir dann mit der ganzen Ausrüstung aufgestiegen in das Hochlager auf ca. 5000m des Toglerachu, nach vier Stunden erreichten wir das Hochlager. Es ging uns gut, es war zwar sehr schön aber extrem windig. Wir sind dann noch am gleichen Tag um 12 Uhr Mitternacht aufgestanden und um ca. 1 Uhr nachts losgegangen mit der leichten Gipfelausrüstung. Da es sehr windig / eher stürmisch war, hatten wir die komplette Kleidung (Daune) an und es wurde trotzdem nicht richtig warm, der Aufstieg war dementsprechend kräfteraubend und anstrengend, vor allem kalt. Trotzdem erreichten wir nach 5h30min, bei Sonnenaufgang, den Gipfel (6025m). Trotz dem schönen Wetter, blieb es vor allem sehr windig. Daher sind wir nicht über die Westwand gegangen wie geplant, sondern über den Normalweg, da die Bedingungen in der Wand keine Begehung zuließen. Wir sind dann gleich wieder abgestiegen zum Hochlager, das wir nach 9h Gehzeit insgesamt wieder erreicht haben. Schnell abgebaut und weiter ins Basecamp abgestiegen. Super unser erster 6er !!!! 🙂

Tag 5 war dann wieder Ausrüstung trocknen, Kräfte sammeln und Ruhetag….

Tag 6 war Aufstieg in das Hochlager des Ranrapalcas, was sehr sehr sehr anstrengend war. Da das Hochlager sehr abgelegen liegt und ca. 1000hm zu überwinden sind, insgesamt haben wir dann 5h45min gebraucht bis wir endlich da waren. Nach Aufbau des Lagers sind wir dann auf den Ishinca gestiegen (5530m), den wir dann gegen 5 Uhr erreichten. Alleine und bei richtig super Wetter. Nach ein paar Fotos sind wir dann gleich wieder ins Hochlager zurück. An diesen Tag sind wir dann ca. 8 Stunden nur gegangen, was wir ziemlich gespürt haben.

Tag 7: Den Gipfelsturm auf den Ranrapalca starteten wir gegen 3 Uhr in der Früh. Der Aufstieg über die Nordwand war aufgrund des Schneemangels nicht möglich, darum entschieden wir uns auch hier für den Normalweg, der nicht flacher wird als 45 Grad. Generell war auch in der Normalroute sehr wenig Schnee, das hieß sehr viele Spalten, Seracs und was wir nicht wussten, es war in den unteren 400hm in der Wand sogenantes Büßereis, ca 1m50cm hoch. Hat sich angefühlt als klettere man zwischen Eismessern hoch, sehr anstrengend und durch die offenen Spalten mit den Seracs war die Suche nach einem Durchkommen in der Wand sehr mühsam. Die Deadline war, dass wir in 9h am Gipfel sind. Ca 7 Stunden Gehzeit ab Lager…durch die Bedingungen in der Wand sind wir dann gegen 7 Uhr auf eine Gletscherspalte gestoßen, die ca 2Meter breit war und durch die ganze Schneeflanke führte. DIe Spalte verhinderte ein Weiterkommen. Wir vermuten hier gab es Schneebrücken, die aber zusammengebrochen sind. Trotz Berni´s Bemühungen über die Spalte zu kommen, gelang es uns nicht. Der einzige Weg ging also nur rund 100hm weiter unten (ca.300m nach links), queren und dann wieder zurueck auf die eigentlich Route zur Schlüsselstelle (ca. 2 SL Felskletterei). Das klingt nicht viel, aber im 50 Grad steilen Gelände, auf dieser Höhe, waren das sicher 1 bis 2 Stunden. Aufgrund dieser Tatsache und des bereits eintretenden Steinschlags in der Wand im linken Bereich (wir mussten um weiterzukommen da rüber genau in die Falllinie) inkl. der Tatsache, das wir weit hinter unseren Zeitplane lagen, mussten wir leider schweren Herzens auf einer Höhhe von 5800m umdrehen. Also knappe 350hm unter den Gipfel…wir waren aufgrund der Schwierigkeiten mit den Büßereis und den Spalten einfach zu spät dran, die Erwärumung in der Wand war zu gross und ein sicherer Aufstieg ohne Eis/ Steinschlag nicht mehr gegeben, die Gruppe hat dann einfach entschieden! Wir sind dann die sehr anstrengenden Höhenmeter wieder abgestiegen, was gleich mühsam war wir beim Aufstieg, haben das Hochlager abgebaut und sind zurück ins Basecamp….SCHADE !“

Ja so war das, mit unseren Fünf auf Ihren ersten Gipfelbesteigungen. Schön hat der Wu das beschrieben, jetzt können wir uns eher eine Vorstellung machen, was Ihr da drüben eigentlich so treibt. Drei sehr schöne Gipfel, den Urus, den Togleraju und den Ishinca. Alle Gipfel bei schönsten Wetter 🙂 Jetzt heisst es erstmal fünf Tage Pause und Kräfte sammeln – bevor es auf die nächste Tour geht!

Ich sag natürlich eins: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH UND SCHÖN DAS ALLES GEKLAPPT HAT! IHR SEID SPITZE ALLESAMT!

Bilder folgen natürlich noch!