Den Eiskogel schon fest im Blick.

Dieser Winter ist schon verhext und gleicht eher einem Trauerspiel als einem Traumwinter. Aber da man ja bekanntlich am Wetter nicht viel ändern kann, muss man sich eben mit den Gegebenheiten anfreunden und das Beste daraus machen. So eben auch am vergangenen Samstag (06.02.), als wir uns dazu entschlossen die Skitour Eiskogel (2321m) im Tennengebirge zu gehen.

Hinzu kam, dass der Wu noch nicht 100%ig fit war und wir eher gemütlich unterwegs sein wollten. Also standen wir, etwas verspätet, am Parkplatz in der Wengerau und machten uns gegen 08:30 auf den Weg zur Hackl-Hütte. Es war bereits sehr warm und winterliche Temperaturen in weiter Ferne.

 

 

 

Skitour Eiskogel: Schon fast Routine-mäßig unterwegs

Wie gewöhnlich ging es über den Sommerweg hinauf durch den Wald und Almgelände hinauf zur Hackl-Hütte. Anschließend in einigen Spitzkehren oberhalb der Hütte den Hang weiter hinauf, bevor wir dann den Graben gequert und steiler in Richtung Tauernscharte weiter gingen. Die Sonne heizte uns und dem Schnee ein…der Schnee wurde bereits schwer und durchfeuchtet, aber wir kamen recht einsam weiter voran.

Erst einmal ausziehen, es ist warm.

Die Sonne weist uns den Weg.

Die Tauernscharte war im oberen Bereich auch noch gut zu queren und ohne Harscheisen möglich.

 

Auf dem Weg in die Tauernscharte.

…heizte die Sonne bereits massiv ein.

…heizte die Sonne bereits massiv ein.

Die Querung in die Scharte ohne Harscheisen

Als wir das Plateau erreichten, wurde der Schneemangel sehr gut sichtbar. Das Plateau war quasi abgeblasen, hier und da ein paar Triebschnee-Haufen.

Oben angekommen, fanden wir keinen Schnee mehr.
Überall Eisplatten oder Fels.

Als wir den Gipfelhang des Eiskogel erreichten, balancierten wir mit unseren Fellen auf einer durchgehenden Eisplatte – willkommen Winter 2016. Und warum auch immer, den beliebten Skitourengipfel hatten wir abermals für uns alleine.

Gipfel Eiskogel (2321m) am 06.02.2016
Skitour Eiskogel
Gipfel Eiskogel (2321m) am 06.02.2016

 

Am Eiskogel ist immer die Hölle los – also fast immer

Unten sahen wir schon die vielen nahenden Eiskogelaspiranten und machten uns recht schnell an die Abfahrt. Die sich gar nicht so schlecht abzeichnete als gedacht, aber von Traumabfahrt waren wir weit entfernt. Damit auch wieder etwas Neues in mein Tourenbuch kommt, machten wir noch einen Abstecher auf die Schartwand gegenüber.

Der Gipfel ist um einiges ruhiger, als der des Eiskogels, aber mindestens genau so schön. Und in all der Zeit, in der ich jetzt im Pongau lebe, habe ich es eigentlich noch nie auf die Schartwand geschafft – irgendwie immer nur daran vorbei gelaufen. Also haben wir nach unserer Abfahrt vom Eiskogel noch mal die Felle angelegt und sind die knapp 200 HM hinauf. Über Schneemassen konnte man sich hier leider auch nicht beschweren, aber zum gehen war es ok.

Du da geht es wieder hinauf…
…über Restschnee.
Da hat der Wind gute Arbeit geleistet.
Die letzten Meter zum Gipfel.

Am gläsernen Kreuz war es windstill und auch diesen Gipfel hatten wir uns alleine.

Gipfel Schartwand (2339m) am 06.02.2016
Gipfel Schartwand (2339m) am 06.02.2016

Für mich war das eine gelungene Premiere. Die Abfahrt durch die kleine Scharte war dann allerdings ein richtiges Schmankerl. Erst zwei Spuren im Hang und Pulverschnee, den wir ziemlich genossen haben.

Kurz vor der Abfahrt noch mal den Ausblick genießen.

Zurück am Plateau mussten wir noch einmal auffellen und gingen zurück zur Tauernscharte, dann ging es abwärts. Im oberen Bereich waren die Verhältnisse noch ganz akzeptabel, ab der Hackel-Hütte wurde der Schnee dann schon verdammt schwer zum fahren. Es war aber trotzdem eine feine Tour, an einem nicht wirklich winterlichen Tag Anfang Februar!