Und wieder stehen wir im schönen Lungau, unser ganz persönliches Toureneldorado. Genauer gesagt in Zederhaus. Dieses Mal heißt unser Ziel: Balonspitze. Ein unscheinbarer, aber nicht minder schöner Gipfel und schon wieder eines von sehr schönen Zielen hier in der Gegend. Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Der Lungau und Skitouren gehören zusammen und sind immer supernice.

Verjüngungskurz inklusive: frostiger Start auf die Balonspitze

Es sind nicht viele Autos am Parkplatz. Die meisten fahren direkt ins Riedingtal, was mich etwas verwundert. Aber ist ja nicht schlimm. Ein strahlend schöner, aber bitterkalter Tag liegt vor uns. Das Auto zeigt -19 Grad als wir beim Zederhauser Schießstand am Parkplatz ankommen. Mit dabei sind Sabrina und Hannes, mein Arbeitskollege. Martina und Rupi warten bereits auf uns.

Die ersten Meter sind frostig. Zum Glück geht es die ersten Meter moderat steil den Karthäusenbach entlang auf dem Sommerweg in Richtung Karthäusenkar. Auf der Sonnenseite zum Glück. So erhaschen wir schon die ersten warmen Sonnenstrahlen. Der Sommerweg ist schmal, aber sehr fein für den Aufstieg. Zwischendurch liegen aktuell Bäume im Weg, die kann man aber gut übersteigen.

Eingefroren innerhalb von Sekunden

Wir kommen gut voran, was wohl auch an den eher tiefen Temperaturen liegt. Auf Höhe der Müllneralm queren wir den Karthäusenbach über eine kleine Brücke. Und genau in diesem Moment wird es schlagartig extrem kalt. Meine Finger werden steif und alles friert, die Haare von Sabrina werden weiß und die Atemluft gefriert sofort an der Kleidung. Wir versuchen diese Stelle schnell hinter uns zu lassen und schauen, dass wir wieder in die Sonne kommen. Ab der Fahtoralm gelingt uns das auch, unser Ziel haben wir da schon fest im Blick.

Absolute traumhaftes Skitourengelände auf den Gipfel der Balonspitze

Der letzte Anstieg auf die Balonspitze ist wunderbar zum Gehen. Ideales Skitourengelände und ich freue mich schon auf die Abfahrt. Gesprochen wird gerade nicht viel in der Gruppe. Denn neben den sehr kalten Temperaturen, ist jetzt auch noch ein leichter Wind aufgekommen. Während wir uns über die gut angelegte Skispur nach oben arbeiten bemerke ich, dass ich (Wu) meine Nasenspitze nicht mehr spüre. Schnell ziehe ich ein „Schlauchtuch“ über Mund und Nase und versuche nicht den Anschluss an die Gruppe zu verlieren. Heute ist das Tempo recht zügig, wohl auch der Kälte geschuldet. Kurz unter dem Gipfel queren wir nach rechts zwischen Balonspitze und Grießenspitze in die Scharte, dann den Gipfelrücken links zur Balonspitze hoch.

Kurze Gipfelfreuden und dann eine schwierigere Abfahrt

Die Gipfelrast ist aufgrund der niedrigen Temperaturen eher kurz. Wir schauen, dass wir schnell in den Abfahrtsmodus kommen. Machen schnell noch ein paar Bilder und dann freuen wir uns. Vermutlich nicht so auf den Schnee. Denn uns erwartet feinster und perfekt gereifter „Bruchharsch“. Dementsprechend kämpfen wir uns durch diese unfahrbare Masse an Schnee nach unten. Ab der Mitte vom Kar wird der Schnee auch wieder etwas besser. Den unteren Teil umfahren wir über eine Forststrasse auf der rechten Bachseite (im Sinne der Abfahrt) und sparen uns so den doch sehr engen Aufstiegsweg.

Alles in allem, eine schöne Tour, die sich aber erst nach 600 Höhenmetern komplett offenbart. Erst dann sieht man das wunderbare Skitourengelände.