Nach einer weiteren Nacht in Hinterbichl in der lieben Heimat – das Natur Resort , sitzen wir gegen 07:30 Uhr beim Almfrühstück. Bei so einer Auswahl fiel es uns schwer, uns wieder zur geplanten Bergtour auf zuraffen. Es ist Sonntag (28.08.) und die Sonne strahlte schon vom Himmel. Dieses Mal allerdings nicht ganz so ungetrübt, ein paar Wolken zogen schon hinein, als wir uns zur Tour aufmachten. Am Vortag hatten wir eine sehr interessante Spitze im Lasnitzenalmtal gesehen und kurzerhand unsere Pläne, auf der gegenüberliegenden Seite zu gehen, zu Nichte gemacht. Wir fanden heraus, dass dieser Berg Toinigspitze (2666m) hieß und beschlossen eine Kombination mit der etwas kleineren Almspitze (2300m) zu unserer heutigen Tour zu machen. Ähnlich dem Vortag, ging es direkt an unserem Hotel los. Und wieder ging´s steil hinauf in Richtung Lasnitzenhütte.

Auf dem Weg zur Toinigspitze vorbei am Jungbrunnen.

Wir erreichten die Lasnitzenalm sehr zügig, nur bogen wir dieses Mal nicht nach oben, sondern hinunter zum Bach ab. Über uns thronte schon die Almspitze, die wir allerdings erst auf dem Rückweg besuchen wollten. Durch viel Matsche, ging es dann über eine kleine Brücke über den Bach und dann, wie sollte es auch anders sein, nahezu gerade über einen Steig nach oben. In der nächsten Stunde gab es kein einziges Fleckchen, das mal eben war und trotzdem mussten wir Wasserpausen für Luke einlegen. Die Sonne brutzelte was das Zeug hielt und wir kamen mächtig ins Schwitzen. Und Vorsicht war auch geboten, denn die Murmeltiere hatten ihre Bauausgänge überwiegend genau in den Weg gebaut. Als wir auf die Höhe der Almspitze kamen, wurde der Weg etwas flacher und wir erreichten schönen Almboden. Außerdem konnten wir unser erstes Ziel des Tages auch schon wunderbar betrachten. Fleißig gingen wir Stück für Stück nach oben und kreuzten den Jungbrunnen. Eine Quelle auf ca. 2300m Höhe. Wir tranken was wir konnten, denn schließlich hatten wir beide inzwischen Bedarf deutlich jünger und frischer auszusehen und hofften auf die Wirkung des Jungbrunnens. Luke tat das auch und genehmigte sich einfach direkt ein Bad in ihm.

Einsamer Pfad hinauf zur Toinigspitze.

Wirklich viele Menschen kamen uns nicht entgegen. Eigentlich gar keine. Als wir unser Bad im Jungbrunnen beendeten, leider ohne Erfolg der Verjüngung, stiegen wir weiter hinauf. Der Weg ist nicht wirklich üppig markiert, aber man kann der logischen Linie über die Wiesen folgen. Zu unserer rechten stand die Toinigspitze und zu unserer linken Seite die Kreuzspitze. Auch ein richtig cooler Berg, aber der wäre wieder zum Klettern gewesen und wir wollten Luke nicht schon wieder in den Rucksack stecken müssen. Wir erreichten eine kleine Tafel unterhalb der Scharten und bogen nach rechts ab. Über eine kleine Rinne (Grashang), ging es dann noch mal sehr steil hinauf zum Gipfelgrat. Trittsicher muss man hier schon sein, denn zu beiden Seiten geht es steil bergab. Aber unschwierig folgten wir dem Grat hinauf zum Gipfelkreuz der Toinigspitze (2666m). Und dieser Gipfel war so schön, wie wir es uns erhofft hatten und einsam. Ein Blick in das Gipfelbuch zeigte uns, dass hier oben, zu Unrecht, wirklich kaum etwas los ist.

Abstieg über die Almspitze zur Lasnitzenhütte.

Wir stiegen über den Aufstiegsweg hinab bis zum Jungbrunnen. Dann zweigten wir nach links ab und stiegen entlang des Grats hinunter zur Almspitze (2300m). Ein ziemlich exponierter Gipfel mit sensationeller Aussicht. Und man kann diesen ganz einfach mitmachen, wenn man so oder so schon hier oben ist. Wir nahmen uns kurz Zeit, schrieben ins Gipfelbuch und machten Pause. Und dann ging es wenig lang, ganz schnell bergab zurück zur Lasnitzenhütte. So langsam wir rauf waren, umso schneller waren wir unten, ein Vorteil des nahezu geraden Wegs hinauf. Kaiserschmarrn gab es für uns und viel Flüssigkeit, bevor wir uns dann auf den kurzweiligen Weg zurück ins Tal nach Hinterbichl aufmachten. ABER natürlich nicht, ohne noch einen dritten Gipfel zu besteigen. Etwa 350 Höhenmeter über Hinterbichl thront der kleine Gipfel Büntrog Köpfl – ein Aussichtpunkt. Hier machten wir schnell noch ein obligatorisches „Gipfel“-Foto und dann ging es los unter die Dusche zurück im Hotel, die wir dankenswerterweise am Nachmittag noch nutzen durften. Mit rund 1350 Höhenmetern und 15 Kilometern auch wieder ein ausgefüllter Bergtag im Virgental im wunderschönen Osttirol.