Wie ein perfektes Training vor einem Ultra Rennen ausschaut? Das können wir Euch nicht sagen. Was wir Euch aber sagen können ist, dass wir das vorletzte Wochenende vorm nächsten Rennen wieder einmal ausgiebig genutzt haben – eben auch für´s Bergsteigen. Dieses Mal haben wir uns für das Birnhorn (2634m) in den Leoganger Steinbergen entschieden, um den Sonntag (08.09.) in einer für uns neuen Gegend zu verbringen. Und weil gute Zeit auch immer durch nette Leute definiert wird, waren wir froh, dass uns Franz Ö. begleitet hat. Am Ausgangspunkt in Ullach (Leogang) am Parkplatz, von dem die Tour aus startet, vervollständigte sich unsere Gruppe noch durch Lucia, Philipp und Hundedame Leni. 

Das sollte unsere erste gemeinsame Tour in dieser Zusammensetzung werden. Dafür hat es auf Anhieb gleich gepasst und es bewahrheitete sich wieder, das Facebook auch Menschen zusammen bringen kann. Dann ging es los durch den Nebel, vom Parkplatz Birnbachbrücke aus.

Aufstieg mit reichlich Wurzelwerk ©www.wusaonthemountain.at
Aufstieg durch den Wald mit mystischer Stimmung ©www.wusaonthemountain.at

Auf dem markierten Weg Nr.40 in sehr vielen Serpentinen über / durch den Waldrücken hinauf zum Latschenhang, der uns dann über ein paar felsige Passagen nordwärts zum Hochtor brachte.

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Über den Latschenhang hinauf ©www.wusaonthemountain.at

Leider hat uns lange der Nebel und die Wolken die Sicht versperrt und trotzdem empfanden wir dieses Stück als wunderschön. Es ging wirklich steil aufwärts und irgendwann waren wir dann wirklich über den Wolken oder der Nebeldecke.

Hinauf in die Mittagsscharte ©Franz Öbster
Die Nebeldecke unter uns ©www.wusaonthemountain.at

Jetzt konnten wir die ersten schönen Ausblicke genießen. Leni tänzelte dabei immer um uns herum. Es ist ziemlich erfrischend wenn man eine so liebe Hundedame dabei hat.

Dann sind wir über gesicherte Steige zur Mittagsscharte hinauf, über die wir dann die schön gelegene Passauer Hütte erreichten.

Sehr touristischer Steig – mit Beton-Treppen! ©www.wusaonthemountain.at
Kurz unterhalb der Passauer Hütte ©www.wusaonthemountain.at

Bis hierher haben wir bereits beachtliche 1050HM hinter uns. Normalerweise hat man ab hier schon eine schöne Aussicht auf den Gipfel des Birnhorns. Zu diesem Zeitpunkt leider nicht, denn dunkle Wolken verschleierten den Gipfel.  Wir überlegten kurz, ob wir aus wettertechnischen Gründen „nur“ auf den Hochzint gehen sollten – entschieden uns dann aber für einen Versuch. Von der Hütte aus folgten wir dem Steig Richtung Westen, der sich nach 10min. gabelte. Wir gingen nicht auf den Hochzint, sondern links Richtung phänomenalen Melkerloch, durch das wir dann zur Birnhorn Südwand gelangten.

Das Melkerloch ©www.wusaonthemountain.at

Durch die Südwand ging es über Steilstufen und Felsbänder stetig steil bergauf und teilweise nur durch kleine, leichte Klettereien, dem Gipfel entgegen.

Leichte Kraxelei – sehr fein! ©www.wusaonthemountain.at
Steil bergauf…©www.wusaonthemountain.at

Dabei hatten wir zwischendurch immer wieder „tiefgründige“ Aussichten.

Steiler Abgrund – schmale Steige ©Franz Öbster
Die letzten Meter ©www.wusaonthemountain.at
Der Nebel lichtet sich kurz ©www.wusaonthemountain.at

Der Nebel lockerte etwas auf und dann konnten wir auch schon das Gipfelkreuz entdecken. Den Gipfel hatten wir dann quasi inklusive Leni für uns alleine. Wahnsinn auch, wo die Kletterkünstlerin überall hinauf gekraxelt ist. Bewundernswert.

Gipfel Birnhorn (2634m) am 07.09.2014 ©www.wusaonthemountain.at
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Nach einer guten Jause, die wir, Dank Nicki (beste Frau, die man haben kann), Gattin von Franz, auch mit Sandwich genießen konnten, wollten wir über den Birnhorn Ostgrat wieder absteigen. Das man bei dieser Tour alleine im Aufstieg 1800 HM hat, hätten wir nicht gedacht. Waren aber positiv überrascht. Dann ging´s über einen immer wieder seilversicherten Steig hinab über die Kuchelnieder.

Abstieg über den Kuchelnieder ©www.wusaonthemountain.at
Querung über schmale Steige ©www.wusaonthemountain.at

Der Ostgrat bringt einen wirklich zügig Meter für Meter hinab. Kurz vorm Einstieg zum Klettersteig (A) musste dann aber noch unsere vierbeinige Begleitung entsprechend eingepackt werden. Selbst die besten vier Kletterpfoten, kommen da nicht unbedingt unbeschadet runter. Und mit was kann man seinen Rucksack besser füllen, als mit einem Hund. Das dachte sich zumindest Philipp und die Leni konnte einfach nur den Ausblick genießen und Pfoten schonen.

Und, was hast Du so alles in Deinem Rucksack? ©www.wusaonthemountain.at
Einstieg zum Klettersteig (A) ©www.wusaonthemountain.at
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 Zurück an der Passauer Hütte (2033m) haben wir uns noch einen kurzen Drink genehmigt, bevor uns dann Wolken und Regen zügig weiter hinab steigen ließen.

Abstieg von der Passauer Hütte ©www.wusaonthemountain.at

Nach einer kurzen Dusche und anschließendem Sonnenschein sind wir alle wohlbehalten wieder am Parkplatz zurück gewesen. Das war eine tolle Tour, die mit 1800HM nicht zu unterschätzen ist. Wir hoffen auf Wiederholung an einem anderen Berg in dieser Zusammensetzung. Danke an Franz, Philipp und Lucia für den tollen Tag! Und natürlich Hundedame Leni!