Traumtag zur ÖM Skibergsteigen Individual

Ein ereignisreichen Wochenende liegt hinter uns. Ein tolles Wochenende liegt hinter uns. Ein Wochenende lauter neuer Erfahrungen liegt hinter uns. Das Wochenende der Hochkönig Erztrophy 2016 – das wir an diesem Wochenende voll miterleben durften. Am vergangenen Samstag wurden wir recht früh geweckt, dafür aber mit dem Wissen, dass es ein wunderschöner sonniger Tag werden sollte.

Gemeinsam mit Dani fuhr ich hinauf zum Arthurhaus, um dem Hauptorganisationsteam rund um Kathi W. mit der Startnummernausgabe zu helfen und einigen anderen Dingen, die alle anfallen bei so einer Austragung.

Die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Skibergsteigen Individual wurden nämlich erstmalig hier am Arthurhaus an den Mandlwänden ausgetragen. Dazu kamen lauter Ausdauergranaten in bunten Rennanzügen und richtig viel guter Laune. Das Wetter hätte besser nicht sein können. Wu saß erstmalig auch mit seiner Kamera an der Aufstiegsstrecke und fotografierte die Sportler. Ich habe mir immerhin den Start anschauen können und war beeindruckt von der Schnelligkeit, die da gleich am Anfang an den Tag gelegt wird. Die Zuschauer hatten währenddessen auch die Möglichkeit, etwas Gutes zu tun. Denn beim Dynafit Snowleopard Day, konnte man mit aktuellsten Dynafit Testprodukten Höhenmeter für einen guten Zweck sammeln. Zusammengefasst war das ein sensationeller, anstrengender Tag, mit einer perfekten Organisation.

Heli-Rundflüge über das Austragungsgelände
Die Österreichische Staatsmeisterschaft im Skibergsteigen Individual konnte sich bei den Herren das folgende Podest sichern:
Senior Männlich
1. Christian Hoffmann
2. Armin Höfl
3. Armin Neurauter
Und die Damen lieferten sich auch ein starkes Match:
Senior Weiblich
1. Michaela Essl
2. Heidi Bernsteiner
3. Sylia Berghammer
Sylvia Berghammer auf dem Weg zur Tragepassage
Dieser Samstag hat mal wieder ganz großes Kino im Skitourenrennsport gezeigt und einmal mehr, wie unglaublich fit die Burschen und Mädels sind.
Armin Neurauter wurde belegte Rang 3
Markus Stock unterhalb der Tragepassage
..genau wie Tom Wallner!
Passend dazu stieg meine eigene Aufregung und Nervosität auf mein erstes bevorstehendes Rennen, die Erztour am vergangenen Sonntag (31.01.) Die Hochkönig Erztour ist ein Rennen für Jedermann und /-frau und für die Profis genau so, denn die können damit noch den zweiten Teil der Kombiwertung aus beiden Tagen machen. Und vielleicht war es auch zu naiv darauf zu hoffen, dass mehr gemütliche Hobby-Sportler mitgehen würden.
Die Hochkönig Erztour – von der Erfahrung ein Schlusslicht zu sein und Wunschzeiten über Bord werfen zu müssen
Nichts desto trotz habe ich mich ganz doll auf die Erztour gefreut und fühlte mich sogar richtig professionell mit Rennanzug, Rennski und Helm, unter den ganzen schnellen Beinen Österreichs.
Herzblut und das beste Team der Veranstaltung!
Ganz nachdenklich und nervös vorm Start
Startnummernausgabe bei der Erztour im Österreichhaus, Bischofshofen
Das Wetter ließ uns etwas im Stich und damit traten einige angemeldete Teilnehmer den Weg erst gar nicht an. Der Rest, der nicht aus Zucker war, stand pünktlich zum leicht verschobenen Starttermin an der Startlinie. Von Bischofshofen auf den Hochkeil sollte es gehen, 1200 Höhenmeter standen uns bevor und doch auch eine beachtliche Wegstrecke. Die Strecke kenne ich bestens und zu meinen Saison-Endzeiten auf Ski, bin ich die Strecke auch schon ganz gut gegangen. Eine Zeit von 01:30Std. wusste ich bereits, würde ich nicht schaffen, aber eine Zeit mit 01:45Std. wäre ein tolles Ergebnis gewesen. Ich hielt es für mein momentanes Fitnesslevel realistisch, denn immerhin hatte ich diese Saison schon sechs Skitouren gemacht. Hätte ja reichen können. Der Startschuss fiel und die Horde setzte sich wahnsinnig schnell in Bewegung.
1. Erfahrung des Tages: mit Ski laufen – sollte man vorher schon mal gemacht haben.
Hatte ich leider nicht und mein Puls hing gleich auf Anschlag, aber ich konnte bis zum ersten steilen Anstieg zumindest bei der Gruppe bleiben. Die zog dann allerdings recht schnell an mir vorbei und um mich herum wurde es schnell ruhig. So ruhig, dass ich schon ahnte, das ich wohl die Letzte sein würde. Das bestätigte sich dann auch recht zeitnah, als der nette Herr mit der grünen Weste hinter mir aufkreuzte und erwähnte, er würde jetzt mit mir das Schlusslicht machen.
Philipp Reiter legt los….
Tom Wallner auch!
Markus Stock gibt ebenfalls Gas…
…genau wie David Geieregger!
2. Erfahrung des Tages: das Schlusslicht sein – ging ganz schnell und tat irgendwie weh.
Natürlich war mir bereits auf der Bürglhöh klar, dass ich niemals mit der vordersten Front hätte mithalten können. Aber den hinteren Teil der Renngesellschaft, war immerhin für mich oberhalb noch sichtbar und ich versuchte am Glauben festzuhalten, noch aufholen zu können. Bei null Spielraum im Pulsbereich, wurde mir dann aber schmerzlich klar, dass ich mir das abschminken konnte.
…und ich hab auch Gas gegeben, eben ein anderes Gas.
Also musste eine neue Motivation her, ich versuchte an einer Zeit festzuhalten, die ich gerne erreichen wollen würde. Der Schlussmann ging vor und zog mich, versuchte mich zu motivieren. Ich vermute er sah die Verzweiflung in meinem Gesicht.  Es half, wir kamen voran und erreichten endlich den Wald. Jetzt dachte ich darüber nach, dass ich auf den flachen Stücken Tempo machen und ein bisschen Zeit gut machen könnte. Ich drückte auf die Tube, trank ein bisschen und kam voran. Ich war gut gelaunt bis mich dann die nächste Erfahrung des Tages einholte.
3. Erfahrung des Tages: mit nassen Fellen, die Schneebrocken sammeln geht es sich schwer  – Reservefelle sollte man gleich wechseln und nicht erst noch mit den nassen gehen.
Auf den flachen Stücken, kam ich leider gar nicht mehr voran. Ich versuchte unheimlich lange noch mit den aufgestollten Fellen weiter zu gehen. Hier fehlte mir sicherlich die Erfahrung, dass man lieber gleich die Felle wechselt, wenn man schon extra welche dabei hat und eben nicht versucht, noch den ganzen Weg mit dem Schnee unter den Füßen schnell voran zu kommen. Ich habe ziemlich viel Kraft dafür auf der Strecke gelassen und die Flachstücke zogen sich endlos. Die Steilstücke hingegen gingen im Verhältnis gut. Irgendwann musste auch ich einsehen, dass ein Fellwechsel unbedingt notwendig war und zum zweiten Mal wurde mir schmerzlich bewusst, dass in diesem Moment ohnehin schon alle auf mich warteten – denn den Wechsel machte ich knappe 100 Höhemeter unterm Gipfel/Ziel. Ich kam mir schlecht vor, weil alle warten mussten und ich meine Wunschzeit schon längst überschritten hatte.
4. Erfahrung des Tages: einfach über den Dingen stehen und den Spaß trotzdem nicht verlieren.
Und mit diesem Gedanken machte ich mich dann gemeinsam mit meinem ganz persönlichen Schlussmann, Motivator, neu gewonnenen Freund auf die letzten Meter Richtung Ziel. Ich betrachtete es positiv, denn immerhin hatte ich die volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet, als ich schnaufend im Ziel ankam. Der Wind wehte, der Schnee fiel und 02:00Std. standen auf meiner Uhr, es hätte wahrlich besseres Wetter gestern sein können, aber alles in allem war es ein sehr lehrreicher Tag. Ich hatte auch Spaß, auch wenn man das vielleicht nicht glauben mag.  Die Strecke von Bischofshofen auf den Hochkeil ist eine wunderschöne, der Schnee rieselte und ich hatte innerhalb von zwei Stunden ein paar neue Dinge gelernt. Das man zwar Zeiten im Kopf haben, die aber auch mal nicht erreichen kann, weil es halt irgendwie Trainingsmäßig nicht gepasst hat. Das man es überlebt, die Letzte eines Rennens zu sein, auch wenn es schon ein bisschen schmerzt in dem Moment und das ich mich am Ende vom Tag, einfach einer neuen Herausforderung gestellt habe und jetzt noch mehr Respekt vor den Profis und deren Leistungen habe. Und ich kann mich für die Stärkeren als ich, genau so freuen.

Und noch ein Nachtrag zur Erztour zu den Stockerlplätzen:

1. Armin Höfl
2. Thomas Wallner
3. David Wallmann

1. Barbara Schaffliger
2. Lucia Strohmeier
3. Rowi Frank

Mein größter Respekt gilt allerdings Markus Stock und Thomas Wallner, die es schaffen, gemeinsam mit Hannes Laner so ein großartiges Skitourenrenn-Wochenende auf die Beine zu stellen und so ganz nebenbei auch noch diese sportlichen, grandiosen Leistungen selbst zu bringen. Unglaublich und unvorstellbar. Bravo!
Zusammenfassend ist die Hochkönig Erztrophy ein Veranstaltung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Mit so viel Liebe zum Detail, einer perfekten Organisation, tollen Strecken und Kulissen und lauter lieben Menschen mit einem Lächeln im Gesicht, dass es sich einfach lohnt dabei zu sein. Ganz sicher werde ich im nächsten Jahr auch wieder am Start stehen, vielleicht dann auch ohne das Schlusslicht zu sein.
Foto von der ÖM am Samstag
Philipp Brugger …
Robert Stark bei seinem ersten „Offpiste“ Skitourenrennen.
Andreas Hofer…