Ich bin müde. Körperlich nicht unbedingt, aber mental. Das war ein geniales, aber auch anstrengendes Wochenende. Und der zweite Test, wie sich eine Dauerbelastung wohl auswirkt, war es auch. Drei Tage unter Wettkampfbedingungen laufen, beim Anita Womens-Trail in Zell am See sind nun schon wieder vorbei. Auch wenn die Streckenlänge nicht unbedingt super lang sind, reicht es, dass ich jetzt gerade ziemlich glücklich und ausgelastet zu Hause sitze. Außerdem lief ich für ein richtig liebes und gutes Team und bin ganz offiziell ein „Chix on trail“. Und mit der Unterkunft im Romantik-Hotel Zell am See, gab es auch noch das perfekte Basecamp.

Women´s Night on Trail: Eine verdammt schnelle Runde am Freitagabend

Ankommen und das schöne Zimmer im Romantik Hotel Zell am See (Partnerhotel der Veranstaltung) beziehen. Wie immer, haben wir viel zu viel Sachen dabei. Nur wieder nicht das passende, wie sich am Samstagabend noch rausstellen würde. Luke fühlt sich auch wohl. Wir gehen zum Start/Ziel-Bereich und ich bekomme mein prall gefülltes Startsackerl und Startnummer. Ich bin die Nummer 80 an diesem Wochenende. Wir treffen die Mädels aus dem Team Chix on trail und haben direkt eine Menge Spaß. Allerdings ist Luke wieder einmal Star des Abends. Noch mal ein kurzer Stop im Hotel und eine kleine Stärkung. Ich esse Salat – keine gute Entscheidung, auch wenn er sehr gut geschmeckt hat. Um 21:00 fällt der Startschuss und an die 100 Stirnlampen setzen sich rasant in Bewegung. Christian ist weiter vorne an der Strecke um Bilder zu machen und mein Puls jagt nach oben. Boar ist das anstrengend. Schon auf den ersten 1,5 Kilometer wird klar: das wird ein richtig spannendes Wochenende unter vielen Powerfrauen.  Nach dem Start geht’s Richtung Westen am See entlang, danach eher gemütlich bis zum sportlichen Anstieg. Wobei hier gerade niemand gemütlich läuft.

Über einen tollen Trail bei Mondschein geht es steil hinauf. Ich bin im Kilian-Jornet-Beastmodus. Der funktioniert immer, der Salat kommt mir wieder rauf. Beim höchsten Punkt, erkenne ich den Gasthof Ebenberg. Allerdings rausche ich nur vorbei, denn meine Stärken liegen im Downhill. Und der wartet jetzt auf uns. Über eine Schleife geht es richtig flowig nach unten im Licht der Stirnlampen. Autsch. Und dann kommt der letzte Abschnitt zurück ins Ziel. Der führt wieder am See entlang und die 500 Meter fühlen sich hart an. Mit fünf Kilometern und knapp 300 Höhenmetern und 41:25 Minuten lande ich von 122 Finishern auf Platz 60 an diesem Abend. Ich falle ins Bett, eigentlich todmüde. Schlafen kann ich erst um einiges später.

Und ein Video:

Women´s Panorama Trail: Laufgenuss über Zell am See

Ein reichhaltiges Frühstück gibt es in der Früh im Hotel, das lässt keine Wünsche offen. Leider muss ich die Vernunft walten lassen – so kurz vor einem Rennen. Im Startbereich wuselt es schon wieder – dabei haben wir noch fast eine Stunde Zeit. Es ist schon eine andere Welt, nur so unter Frauen. Vor allem ist es pink, laut und lustig und sehr familiär. Auch wenn man sich ja eigentlich gar nicht kennt, hier sind wir eine große Familie. Heute erwartet mich wohl der schönste Lauf des Wochenendes. Der Panorama Trail führt uns hoch hinaus und das Wetter schaut besser aus, als angesagt. Als um 10:00 Uhr der Startschuss fällt, bin ich euphorisch. Denn Luke läuft mit mir. Das erste Rennen, dass wir gemeinsam bestreiten.  Zusammen geht’s Richtung Westen am See entlang und dann wieder steil über den Trail hinauf. Und dann kommen wir auf den neuen Teil des Trails. Über tolle Trails durch den Wald, erreichen wir den Speichersee, der unglaubliche Ausblicke eröffnet. Leider genieße ich es gar nicht richtig, sondern versuche Meter gut zu machen. Auch die Verpflegung lasse ich quasi aus. Nur ein Becher Wasser trinke ich, dann geht es für uns weiter. Luke hat sichtlich Spaß, ist dann aber irritiert, als er Wu sitzen sieht und wir einfach am Herrli vorbei laufen.

Dann laufen wir weiter Richtung Mittelstation und machen die letzten Meter bergauf. Also fast. Bei der Areitbahn können wir es dann bergab krachen lassen und machen einige Plätze gut. Bei Luke schaut es natürlich immer geschmeidiger aus, als bei mir. Und dann kurz vor knapp, schmeißen sie uns einfach noch einmal ein paar Bergaufmeter hin. Aber auch die schaffen wir zügig, auch wenn es schmerzt. Zurück am See auf den letzten 500 Metern mobilisiere ich noch mal alle Kräfte und schaffe damit genau die zwei Stunden für 15 Kilometer und knapp 800 Höhenmeter. Platz 43 von 99 Finisherinnen. Für mich grandios. Der Abend klingt zunächst mit einem Saunagang, mit einem tollen Dinner im Hotel und der Licht-Wasser Show „Happyness“ am Zeller See aus. Man fühlt sich hier so richtig wohl.

Und das zweite Video:

Women´s Challenge: Die See-Umrundung und ein paar Höhenmeter

Es nieselt als ich auf dem Balkon stehe. Ah ja, heute wird es nass. Leider. Nach dem Frühstück gehe ich mit müden Beinen zum Start. Luke darf heute nicht mit laufen. Wu wird mit ihm auf der Strecke sein und Fotos schießen. Als wir das Gelände erreichen, wird der Nieselregen weniger. Das finde ich super. Bei Regen ist laufen nämlich echt grenzwertig, auch wenn ich nicht aus Zucker bin. Für den heutigen Tag motivieren wir uns noch einmal alle. Jeder schaut schon etwas gezeichnet aus, aber bisher hatten wir wirklich Spaß. Heute wollen die Chix on trails noch einmal alles geben. Es gilt den zweiten Platz in der Teamwertung nach Hause zu holen. Dafür bin allerdings nicht ich verantwortlich, sondern meine lieben Kolleginnen, die jeden Tag so schnelle Ergebnisse eingelaufen sind. Der Startschuss fällt und es geht wie erwartet sehr schnell los. Das Tempo ist sehr hoch, auch ich habe für meine Verhältnisse Dampf drauf. Wir erreichen Schüttdorf, rennen flach über die Rößlpromenade und dann wieder auf der Straße.

Und dann geht es rechts steil rauf. Rauf in den Wald. Es folgen geniale Höhenmeter und ein netter Downhill. Und dann wieder Seeweg. Meine Beine wollen nicht mehr so schnell laufen – mein Kopf will aber. Also bleibe ich dran, bis die nächste Steigung auf den See-Höhenweg kommt. Kurz wieder Zähne zusammenbeißen. Geschafft. Dann wieder runter und dann noch einmal ein kleines Stück rauf. Endgültig geschafft. Ab jetzt muss ich nur noch Vollgas geben. Die letzten Meter zurück zum Ziel ziehen sich endlos, dann mache ich den finalen Schritt über die Ziellinie. Im Sekundentakt kommen die Läuferinnen ins Ziel. Ich schaffe es die 14 Kilometer und 300 Höhenmeter in 1:29 Std. und bleibe damit ganz knapp unter 1:30 Std. Genial und das am dritten Tag. Die Zieleinläufe sind emotional an diesem Tag. Viele Läuferinnen sind an Ihre Grenzen gegangen und freuen sich heute über ihren ganz persönlichen Sieg. Auch ich bin sehr zufrieden mit diesen drei Tagen hier in Zell am See. Die große Siegerehrung folgt und der zweite Platz für die Chix on trails – großen Respekt an den ersten Teil unseres Teams, die maßgeblich an dieser Platzierung beteiligt waren. Unser Team: Julia, Claudi, Vroni, Marlen (Trail Kitchen), Lena und Katrin! Und ein Bericht von Lena und Iris gibt es auf: https://trampelpfadlauf.de/womenstrail-2017/ .

Und das dritte Video:

Zell am See und das Romantik Hotel der Familie Hörl

Das Romantik Hotel Zell am See liegt mitten im Ort und sehr nah am See. Es erwartet einen ein sehr uriges und gepflegtes Ambiente, kein moderner Hotelbunker. Das macht das Hotel auch so sympatisch. In der Lobby, in den Gaststuben und Zimmern erwartet einen viel Liebe zum Detail. Für einen Aufenthalt in Zell am See bietet es sich in jedem Fall an, dort zu nächtigen.  Das Frühstück aber auch das Abendessen sind reichhaltig und lecker. Wir haben uns rund um wohl gefühlt. Hunde sind ebenfalls willkommen, dass macht es uns immer etwas einfacher und das ist sehr angenehm. Das Personal ist zuvorkommend und immer zu Stelle, wenn man etwas braucht. Im Spa habe ich einen Saunagang genossen – auch hier ist alles rund um gepflegt und sauber. Wir kämen in jeden Fall noch mal wieder – sobald wir in Zell am See nächtigen müssen.

*Mit ganz lieber Unterstützung und dankenswerterweise wurde uns dieses Paket von der Zell am See Tourismus GmbH zur Verfügung gestellt.

Für alle, die gerne „Ihre“ Bilder vom Lauf haben wollen, den empfehlen wir auf unsere Flickr-Seite zu schauen. Da könnt Ihr Euch alle Bilder runter laden. Natürlich wäre es sehr nett, wenn Ihr in der Verwendung ©wusaonthemountain.at angebt. Auf Instagram genau so wie auf Facebook – wir haben ja überall unseren Account. Jetzt viel Spaß mit den Bildern. Einfach diesem Link hier folgen.