Aufstieg zum eisigen Kleinen Mureck

Ein traumhafter Sonntag (03.12.) steht uns bevor – die Sonne scheint bereits über den Wolken. Das wissen wir genau, als wir nach Großarl zu unserer Skitour auf das Kleine und Große Mureck aufbrechen. Mit an Bord sind dieses Mal Berni und Andi und wir damit eine tolle Gruppe. Luke lassen wir heute zu Hause, denn er ist noch ziemlich müde vom Vortag. Auch hier erreichen wir einen einsamen Parkplatz in Hüttschlag. Erstaunlich ist das – denn sonst steppt hier der Bär. Zuletzt auch bei unserer Skitour mit Erika auf das Große Mureck (auch Schöderhorn genannt).

Die Kälte: Begleiter auf unserem Weg zum Kl. Mureck

Als wir komplett sind, starten wir zügig vom Parkplatz talein am Gehöft Stockham vorbei. Es ist so kalt. Ein Vorgeschmack für die Temperaturen, die uns heute noch begleiten würden. Über eine Brücke rasen wir und dann folgen wir links dem Sommerweg. Erst über die Wiese in ein paar steilen Spitzkehren, bei denen wir auf Betriebstemperatur kommen. Weiter über die Forststraße, die uns nach einer weiteren Abkürzung zu den Kreealmen bringen. Die Sonne sehen wir leider noch nicht, die versteckt sich über den Wolken. Dafür summiert sich der Pulverschnee.

Das Kl. Mureck bereitet uns einen windigen Empfang

Ab den Kreealmen folgen wir dem Wanderweg durch den lichten Wald und steigen teilweise steiler auf. Keine Menschenseele hier, aber eine Spur liegt trotzdem schon. Weiter immer entlang des Sommerweges am Nordhang des Haseckkopfes in südöstlicher Richtung aufwärts, bis wir in das weitläufige Kreekar einqueren können. Und je höher wir kommen umso mehr wünsche ich mir endlich die wärmenden Sonnenstrahlen herbei. Es ist kalt, erwähnte ich das schon? Aber mit jedem aufsteigenden Meter sehen wir sie: Die Sonne siegt. Was bleibt ist der bitterkalte Wind.

Ich bin dermaßen durchgefroren, dass ich wirklich an meine Grenzen komme. Auch den Jungs steigt die Kälte durch den Körper. Wir erreichen das Murtörl und steigen mäßig über die Hänge nach oben auf das Kl. Mureck. Ich bleibe Wind-geschützt zehn Meter unterm Gipfel stehen – mit meiner frischen OP-Wunde und den Schrauben im Kiefer fühle ich mich gerade, als würde alles Metall in meinem Mund die Kälte noch besser durch meinen Körper leiten. Wu, Berni und Andi bleiben stark.

Ein Besuch beim Bruder: Großes Mureck als Ergänzung

Mit den Fellen fahren wir etwas ab, queren dann weiter hinüber in Richtung Gr. Mureck oder auch Schöderhorn genannt. Der Osthang ist noch einmal recht steil, aber meistens ohne Probleme in einigen Spitzkehren machbar. Die letzten zehn Meter auf den Gipfel kann es vorkommen, dass man die Ski tragen muss. Die Jungs kommen heute ohne die Ski am Rücken zum Gipfel. Die Wechselzone wird durch den extrem kalten Wind allerdings verlangsamt. Die Finger werden regelrecht steif.

Ich beobachte sie – stehe am Fuße des Osthangs – und warte darauf, dass sie wieder runter kommen. Für mich ist die Tour bereits fertig, außerdem kann ich mich in meinen zehn Schichten übereinander eh nicht mehr bewegen. Gemeinsam fahren wir über das weitläufige Kreekar ab, erwartungsgemäß in feinstem Pulver. Aber erst als wir wieder bei den Kreealmen sind, erreichen wir wieder Betriebstemperatur. Die letzten Meter über die Forststraße gehen dann schnell und die Sitzheizung im Auto tut ihr übriges.

Diese Skitour ist einfach ein Highlight: Landschaftlich, aber auch wegen der Aussicht. 1400 Höhenmeter sind auch nicht schlecht. Daher gibt es dazu auch schon einige Beiträge hier bei uns auf dem Blog:

Im Winter:

https://www.wusaonthemountain.at/grosses-mureck-2475m-ein-berg-zwei-namen-und-immer-schoen/

https://www.wusaonthemountain.at/schoederhorn-2475m-oder-doch-grosses-mureck/

Im Sommer:

https://www.wusaonthemountain.at/weinschnabel-2754m-zwischen-salzburg-und-kaernten-pendeln/