Schaut schön aus, war aber schon extrem windig.

Warum stecken wir eigentlich immer bei Föhnsturm in dieser Ecke? Warum lernen wir nicht daraus? Und warum weiß der Wetterbericht immer erst am nächsten Tag, wie das Wetter am Vortag war. Oder der Wu hat einfach nicht so genau gelesen 😉 So ist es also wieder passiert, dass wir uns den Taferlnock (2374m) in den Radstädter Tauern vorgenommen haben und irgendwie komplett im Föhnsturm steckten. Aber zurück auf Anfang. Wu war bereits öfter schon am Taferlnock, ich hingegen noch nie – bis auf ein paar vergebliche Versuche, die jedes Mal am Wind scheiterten. Am vergangenen Sonntag (14.02.) gesellte sich noch Franz zu uns und gemeinsam – in der Hoffnung auf Pulver und einen Gipfelerfolg starteten wir am Parkplatz unterhalb des Tauerntunnels weg. Zunächst erahnten wir nicht, welche Föhnwalze uns erwarten würde und gingen entspannt über den Sommerweg durch den Wald zur Pleißlingalm. Aber als wir den Wald verließen, nahm der Wind schon stark zu. Ob es diesen Weg auch einmal windstill geben würde? Das letzte Mal hatten wir bereits an der Pleißlingalm umgedreht, dieses Mal gingen wir weiter.

Rückblick – da schaut es noch schön aus.
 

 

Durch den Wald gingt es auch noch halbwegs.

Wir wählten den Aufstieg in Richtung Gamsboden und gingen dazu rechts Richtung Süden. Eine Spur lag bereits durch den Wald, überall dort, wo der Wind so reingefahren ist, konnte man sie allerdings nicht mehr entdecken. Wir kämpften gegen den Wind an und im unteren Bereich des Gamsboden ging das auch noch halbwegs. Immer weiter hinauf, wurde es immer schlimmer mit dem Wind und auch die Schneeverhältnisse waren grenzwärtig. Ein kurzes Flachstück nutzen wir, um jegliche Kleidung anzulegen. Der Wind pfiff so stark, dass man nicht einmal mehr richtig schauen konnte.
Macht doch mal die Augen auf.

Die Haut im Gesicht wurde klirrend kalt. Eine sehr abenteuerliche Skitour. Auch der Nebel zog voll rein. Die nächste Steilstufe, die uns in einem Linksbogen in das Kar unter dem Taferlnock brachte, bot auch endlich etwas Schutz vor dem Wind, allerdings nicht vor dem Nebel. Immer wieder befanden wir uns in einem Whiteout, fanden aber den letzten steilen Aufstieg zum Gipfel trotzdem.

Etwas windstiller…
…dafür dann aber im Whiteout.

Die letzten Meter zum „spärlichen“ Gipfelkreuz machten wir auch eher nach Gefühl, fanden es aber. Es war erstaunlicherweise fast windstill, aber die Fernsicht reichte gerade mal zum eigenen Finger. Dafür konnten wir immerhin sagen, dass wir die ganze Zeit über alleine waren, dass ist ja auch schon viel Wert. Allerdings gibt es auf Grund der widrigen Wetterverhältnisse auch nicht wirklich viel Bilder zur Tour. Wir hoffen, Ihr verzeiht uns das.

Kurz mal etwas Sicht am Gipfel.
Gipfel Taferlnock (2374m) am 14.02.2016
Und dann plötzlich null Sicht mehr.

Wir machten uns bereit für die Abfahrt und versuchten uns an der Aufstiegsspur zu orientieren. Klappte natürlich nicht und wir sind falsch abgebogen. Also zurück auf Anfang. Wir mussten ein Stück wieder hochtretteln mit den Ski an den Füßen und kamen doch tatsächlich wieder an den Gipfel zurück. Also versuchten wir unser Glück im Whiteout noch einmal. Dieses Mal trafen wir die Aufstiegsspur und konnten langsam abfahren. Von Pulver – wie erhofft- war hier keine Spur, alles windgepresst. Wie windgepresst es war, merke ich heute noch von meinem steifen Nacken, den ich mir bei meinem saftigen Sturz eingefangen habe. Wir fuhren über das Windsfeld ab und fanden einen Hang, der zwischenzeitlich etwas Pulver bereit hielt. Der Spaß war nur von kurzer Dauer und selbst zwischen den Lärchen gaben wir die Hoffnung auf. Immerhin war es inzwischen windstill und der Nebel weitestgehend weg. Ab der Pleißlingalm nutzen wir die bereits breite Abfahrtsspur zurück zum Auto. Die Tour war dieses Mal mehr als abenteuerlich, ein weiterer Skitourengeher hatte im Gamsboden umgedreht und sich das steile Stück gespart. Nicht desto trotz war das irgendwie auch eine coole Tour. Vielleicht treffen wir mal das „richtige“ Wetter am Tauernportal.