Halbzeit unserer Skitourentage auf der Franz Senn Hütte. Den dritten Tag starteten wir as always mit einem ausgiebigen Frühstück. Dieses Mal sogar mit Brötchen. Da schmeckt so ein Hüttenfrühstück gleich viel besser. Nach dem der Sonnenschein schon langsam Gewohnheit wurde, freuten wir uns umso mehr auf einen spannenderen Aufstieg. Für den dritten Tag hatten wir eine kleine Gipfelreise geplant. Und auch an diesem Tag (19.03.) trafen wir alle pünktlich um 08:00 an unserer Sammelstelle vor der Hütte ein. In neuer, üblicher Manier zogen wir in vier kleineren Gruppen durch das flache, lange Tal in Richtung Talschluss.

Doch wir bogen nach der ersten kleinen Steilstufe nach rechts ab. Unser Ziel war ein Aufstieg über den etwas selten begangeneren Berglasferner. Über zwei Steilstufen ging es hinauf in das Berglasfernerbecken. Und die Sonne forderte uns mal wieder zum Zwischenstopp, denn wir waren definitiv zu warm eingepackt. Wir haben wohl ziemlich viel Sonnencreme verbraucht. Wir stiegen durch eine kleine Mulde auf und hatten oberhalb einer kleinen Anhöhe einen perfekten Anseilplatz. Der vor uns liegende Berglasferner ist für seine Zerissenheit bekannt und wird sehr wenig gegangen. Das konnten auch wir gut erkennen, denn es lag noch keine Aufstiegsspur drin. Lediglich wir vier Gruppen und zwei weitere Fremdgruppen probierten sich an diesem Aufstieg. Nachdem wir die Seile angelegt hatten, zogen wir wieder los. In gemütlichem Tempo ging es Spitzkehre um Spitzkehre nach oben. Mittig schlängelten wir uns durch einen ersten Bruch und weiter oben, dann über eine zweite Spaltenzone.

Oben erreichten wir dann das seichte Becken des Berglasferners und wir entdeckten bereits das erste Etappenziel des Tages. Der Vordere Wilde Turm, machte seinem Namen ein bisschen die Ehre. Er ist mit Abstand der schwierigste Gipfel des Tages gewesen. Über eine kleine Firnflanke ging es zum Wandfuß und über eine kleine Kletterstelle die letzten Meter nach oben. Die Jungs hatten ein Fixseil verlegt, damit die Sicherheit für alle gewährleistet war. Auf dem Gipfel selbst war nur wenig Platz. Daher stiegen wir vereinzelt auf und die Gipfelbilder waren eher Einzelbilder anstatt Gruppenbilder.

Wo gehts jetzt weiter?

Nachdem fast alle oben waren entschloss sich eine Kleingruppe zurück zur Hütte abzufahren. Der Rest wollte weiter ziehen. Wohin war nicht gleich klar. Denn es standen noch mehrere Ziele aus. Wieder ein Teil entschied sich dem Hinteren Wilden  Turm auf das Haupt zu steigen und der andere Teil ging sofort auf das Wilde Hinterbergl. Beide Gipfel so viel kann ich vorher verraten sind weniger wild als Ihre Namen es sagen. Etwas steiler zogen wir die Spur auf den Hinteren Wilden Turm. Oben angekommen nahm ich mir erst einmal Zeit endlich etwas zu essen und zu trinken. Ach ja nachcremen stand auch hoch im Kurs. Dann kraxelten wir die paar unschwierigen Meter hinauf. Ein Kreuz gab es nicht, Abfahrtsspuren allerdings auch nicht. Die andere Teilgruppe erreichte bereits das Wilde Hinterbergl. Wir genossen die Pulverabfahrt und fellten noch einmal auf. Auch wir machten uns auf den Weg zum Wilden Hinterbergl. Unsere Gruppe war inzwischen die einzige die hier noch unterwegs war.

Wann wird es denn jetzt mal so richtig wild?

Warum diese Berge alle irgendwie den Zusatz wild bekommen haben, haben wir nicht so recht rausfinden können. Relativ unschwierig erreichten auch wir den Gipfel des Wilden Hinterbergl, der einfach nur eine Anhöhe war. Die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages konnten wir hier oben genießen und auch die wunderschöne Aussicht. Wir entschieden uns auch über den Berglasferner abzufahren, denn es lang reichlich Pulver drin. Also fuhren wir die ersten seichten Meter ab, bevor wir dann konzentriert und einzeln über die Spaltenzone abfuhren. Das ging wie erwartet sehr gut und wir wunderten uns, warum bisher außer uns noch niemand diese Abfahrt gewählt hatte.Wir zogen unsere Schwünge hinab, konnten den Pulvertraum fast nicht glauben. Aber alle schönen Dinge des Lebens enden irgendwann. Unsere endeten mit Skating. Wie immer ist das wohl der eher unschöne Teil einer Skitour, aber Gott sei Dank hier weniger schlimm, als auf anderen Hütten. Zurück auf der Hüttenterrasse viel es schwer noch einen freien Platz zu finden. Die besten Tische waren durch uns besetzt. Auf den langen und Gipfel reichen Tag stießen wir an und das ein oder andere Weißbier ist geflossen. Ebenfalls standen auch vermehrt die Rotwein Flaschen auf unseren Tischen nach dem Abendessen und es wurde wie zu erwarten, auch wieder etwas länger. Aber die Hüttenruhe wurde doch recht genau genommen und so half es einfach nicht, jeder von uns musste ins Bett. Außerdem stand ja noch ein weiterer Skitourentag auf dem Programm.