Kreuzkogel in Großarl

Im Schatten des Gamskarkogel und Frauenkogels in Großarl – bei dem Namen Kreuzkogel hat kaum jemand eine Vorstellung, wo der Berg einzuordnen ist. Wir haben das Haupt des Kreuzkogels im Herbst auf 2325 Meter besucht und erahnten schon, dass das eine tolle Skitour sein könnte. Wir wollten das ausprobieren und den Massen seiner Konkurrenten Gamskarkogel und Frauenkogel ausweichen. Das ist uns geglückt.

Forststraße bleibt Forststraße auch beim Kreuzkogel

Dank 4×4-Antrieb stehen wir direkt beim Parkplatz am Schranken und sind fast ganz alleine. Es ist mal wieder frisch und kalt – aber es klart zeitweise auf. Die Forststraße ist auch dieses Mal wieder unendlich lang. Jeder der bereits am Gamskarkogel oder Frauenkogel war, weiß das. Aber sie eignet sich auch perfekt zum Eingehen und wir genießen die Ruhe. Knapp unter den Harbachalmen, halten wir uns auf der Forststraße links und gehen ein ganzes Stück entgegen der Richtung in den Wald hinauf.

Dort gibt es einen „Sommerweg“, der optisch quasi mitten durchs Gestrüpp führt. Vor uns ist bereits jemand gegangen der Spur nach zu urteilen, allerdings noch nicht heute. Es ist extrem leise um uns herum. Das ist ziemlich ungewohnt. Aber wir kommen durch den Wald sehr gut weiter und erreichen eine Lichtung. Im Sommer war genau dass die Stelle, wo wir den Einstieg zum Sommerweg nicht gefunden haben.

Es ist und bleibt ein wunderbares Tal: Das Großarltal

Mit jedem Meter weiter nach oben, entfernen wir uns vom Trubel auf der gegenüberliegenden Seite. Es liegt bereits die Spur vor uns, die sich in unzähligen Spitzkehren der Scharte entgegen zieht. Wu spurt neu und nutzt das Gelände viel mehr aus. Wir sparen uns einige der Spitzkehren und kommen auf der Scharte die den Arappkopf und den Kreuzkogel verbindet. Ganz weit unten sehen wir eine nachkommende Gruppe aus drei Personen.

Dann zieht die Wolkendecke wieder durch und sie verschwinden vor unseren Augen. Wir suchen uns den Weg über den Rücken hinauf. Teilweise laufe ich wieder nach unten – ein interessantes Spiel mit dem Whiteout. Das Gleichgewicht wird auf auf eine harte Probe gestellt hier heute in Großarl. Wu geht ein paar Meter vor mir und verschwindet auch immer mal wieder im Nebel. Der Wind frischt kurz auf, verschwindet dann aber wieder.

Gipfelglück am Kreuzkogel. Nicht.

Leider schaffen wir es dann wirklich pünktlich zum nächsten Whiteout am Gipfel zu sein. Es ist windstill, wir sehen genau zwei Meter weit. Das dafür aber 360 Grad. Wunderbar, dieses Großarltal. Wo ist denn die vorhergesagte Auflockerung hin? Aus unserem Abfahrtswunsch wird daher nichts und wir suchen uns entlang der Spur wieder zurück zur Scharte. Nebel weg. Wir unten. Blöd. Egal, dann fahren wir eben jetzt hier ab. Der Schnee ist fantastisch. Nebel da. Ich stürze, weil es mir im Whiteout schwindelig wird. Wu schimpft, weil die Fotos nichts werden. Wir sind beide kurz oberhalb des Waldes. Nebel weg.

Wir fahren durch den Graben weiter ab in Richtung Harbachalmen. Das ist der eigentliche Aufstiegsweg. Dann wie gewohnt über die Forststraße zurück zu den Autos. Es ist inzwischen deutlich voller hier auf den Parkplätzen und sie stehen bis unten. Eine tolle Tour mit 1100 Höhenmetern, fernab der gängigen Tour auf den Gamskarkogel – in Großarl. Aber natürlich gehen wir auch den Gamskarkogel gerne.