Viele von Euch wissen ja, das wir für Salomon sehr viele Produkten testen dürfen. Dies gilt besonders für den Sommer. Diesmal habe ich aber keine Trailrunningschuhe unter den Füßen und momentan ist es ja auch Winter. Ich bin schon seit einiger Zeit mit dem Salomon MTN Explore 88 unterwegs. Und meine Erfahrungen mit dem Ski, möchte ich Euch nicht vorenthalten. Als erstes muss man sagen das ich mich (Wu) zu den „klassischen“ Tourengehern zähle. Ich habe Tourenski mit einer Mittelbreite bis 80mm im Einsatz und mag es sehr gerne „Zöpferl“ in die Schneedecke zu zaubern.
Also bin ich der typische Kurzschwinger eben. Natürlich habe ich in meinem ausgewählten Skikeller das eine oder andere Paar Ski stehen, die speziell für Powderabfahrten herausgeholt werden. Allerdings denke ich bzw. weiß ich, dass wenn ein „Freerider“ meine Ski sieht, würde er immer Zahnstocher dazu sagen.

Wie bei allen Ski von mir, schaue ich beim Skikauf immer darauf, das der Ski eher „Aufstiegs-orientiert“ ausgelegt ist. Wenn ich in Zahlen sprechen soll, dann heißt das bei einer Skilänge von 170cm immer so um die 1000g. Dafür nehme ich eine schwächere Abfahrtsperformance sehr gerne in Kauf. Darum war ich sehr gespannt auf den Salomon MTN Explore 88. Es handelt sich sicher um den leichtesten Vertreter aus der Salomon Riege (ausgenommen natürlich der Rennski Minim). Meiner Meinung nach verdient er auch den Namen Tourenski, ganz klar. Salomon ist zwar eher im Bereich Freeride unterwegs, aber für aufstiegsorientiertes Skitourengehen gäbe es noch den größeren Bruder, den MTN Explore 95. Schon deswegen war ich gespannt, wie gut es Salomon gelungen ist, einen Tourenski zu bauen.

 

Aber zuerst die technischen Eckdaten des MTN Explore 88:

Thema Gewicht:

Gut, er ist kein Fliegengewicht. Aber betrachtet man Taillierung und Länge des Skis, muss man sagen: JA es ist ein Tourenski, gut gemacht. Natürlich gibt es leichtere, aber ich habe auf den MTN 88 die ATK Race SL-R World Cup montiert und damit bekomme ich ein sehr gutes Gewichtsverhältnis, auch für lange Skitouren. Wir haben hier also ein sehr guten Kompromiss zwischen Aufstieg-/ Abfahrtsperformance, auch wenn man eine andere Bindung montiert.

Thema Felle:

Ich habe die Salomon „originalen“ Felle für den MTN Explore 88 in Verwendung. Passform ist perfekt. Die Felle haben einen Heckspanner und können sehr gut montiert werden. Die Klebefläche zeigte bis dato noch keine Schwächen. Auch bei kalten Temperaturen und mehrmaligen Auf-/Abfellen haben die Felle am Ski gehalten. Verarbeitung der Nähte am Fell selber finde ich sehr gut. Das Fell franst an den Rändern auch nicht aus. Gewicht vom Fell finde ich sehr gut. Wenn es was zu mosern gibt, dann ist es nur die Gleiteigenschaft. Diese könnte besser sein, da sind die Mitbewerber doch ein wenig besser.

Mein persönliches Fazit:

Ich kann mit dem Ski sehr gut fahren, auch die Länge passt soweit. Ich muss sagen, im Pulver macht der MTN Explore 88 richtig viel Spaß. Wenn es weiche Verhältnisse hat, ist es ein reines Spaßgerät. (Muss ich sagen, denn sonst fahre ich mit 78mm unter der Bindung 😉 ) Ich denke das liegt auch daran, das er doch eher ein „weicher“ Vertreter seiner Art ist. Die Schaufel drückt es sehr schön heraus Dank dem Rocker. Aber er mag es, wenn man schöne Radien in den Schnee zaubert und damit muss ich leider Tschüss zu meinen Kurzschwüngen sagen. Dieses „weich“ sein macht ihn aber bei harten Schneeverhältnissen doch eher ein wenig unruhig. Wenn es sehr steil ist und hart, würde ich mir ein wenig mehr Kantengriff wünschen. Aber hier schlägt er sich, so wie ich finde, entsprechend gut im Vergleich gesehen.
Alles in allen bin ich mit dem MTN Explore 88 voll zufrieden. Aufgrund seines weicheren Flex, und dem Gewicht würde ich ihn als guten Allrounder bezeichnen, der einen Spagat zwischen Aufstieg und Abfahrt schlägt wobei die Tendenz ganz klar auf der Seite der Abfahrt liegt. Wie es bei den Allroundern so ist, machen sie auf jeden Terrain eine gute Figur.  Seine Stärke liegt sicher bei weicheren Schneeverhältnissen.
Meine persönliche Empfindung: Ich glaube man kann bei diesem Ski sehr viel über die Skilänge beeinflussen. Wer lieber etwas aggressiver am Ski steht, sollte wegen des Rockers und des „weicheren“ Flexs zur längeren Variante greifen. Fahrkönnen natürlich vorausgesetzt ;).