Ich (Wu) bin diese Woche auf der Jamtalhütte. Im Zuge meiner Ausbildung zum Übungsleiter „Skihochtouren“.

Ich kenne das Gebiet gut, ich bin schon zum zweiten Mal dort. Das erste Mal mit unseren Freuden Erika, Casi und den Abteuersüchtigen. Ein weiteres Mal mit den dem AV Werfen.

Heute ist schönes Wetter, machen wir eine Skitour? Chalausköpfe?

Das Wetter sollte zwar etwas besser werden, jedoch gibt es starken Wind aus dem Süden. Dementsprechend fällt unsere Wahl auf die Chalausköpfe (3120m). Ich freue mich, denn auf dem Gipfel stand ich noch nicht.Den Weg dorthin kenne ich allerdings schon gut, mit dem AV Werfen sind wir auf der Scharte zum Chalausferner abgefahren. Leider konnten wir den Gipfel damals nicht besteigen, da das Wetter zu schlecht war.

Nach dem LWS-Check geht es los.

Wir sind eine kleine Gruppe mit unserem Ausbilder Manfred, der zugleich auch Bergführer ist. Das Wetter ist etwas #medium: die Sicht ist aber sehr gut und so geht es eigentlich schnell voran in Richtung Chalausferner. Der Schnee scheint vielversprechend, aber der Wind hat sich schon bemerkbar gemacht. Dichte Wolken ziehen über das Jamtal und es fängt leicht zu schneien an. Die Stimmung ist gut in der Gruppe und wir „spuren“ in Richtung heutiges Ziel.

Am Fuße des Chalausferners seilen wir uns an. Der Chalausferner ist im Sommer sehr Spalten-reich. Wir ziehen heute die ersten Spuren, der Wind und der Schnee haben die Spalten zugedeckt. Wir müssen anseilen. Zudem sind wir hier, um etwas zu lernen. 😉

Nachdem wir alle am Seil hängen, übernehme ich das Spuren bis zum Skidepot. Der Schnee wird immer tiefer und teilweise stecke ich Knietief im Pulver. Was ja nicht so schlecht ist. Aber anstrengend. Nachdem man die erste Steilstufe überwindet, kommt man auf ein kleines Becken. Von dort aus sehen wir viele offene Spalten. Und es steilt wieder auf in Richtung Scharte. Wir machen noch einmal eine kleine Pause. Checken den Schnee und besprechen die Situation. Wir entscheiden in der Gruppe: Wir gehen weiter. Es wird aber deutlich steiler bis zum Ausstieg auf der Scharte. Dementsprechend gehen wir den Hang bis zum Ausstieg einzeln. Nach kurzer Zeit stehen dann oberhalb der Scharte, am Fuße eines großen Windkolk oder Wechte. Wir machen noch einmal eine kurze Pause. Es ist sehr kalt. Wir stehen voll im Wind und es wird ungemütlich.

Einmal Fixseil bis zum Gipfel bitte.

Etwa 50 Höhenmeter weiter oben stehen wir voll im Wind. Die „Sicht“ ist noch nicht so schlecht, wir können den Weg zum Gipfel noch gut erkennen. Wir entschließen, das wir ein Fixseil verlegen. Ich starte mit genug Material los, Manfred unser Bergführer sichert mich. Der Rest der Gruppe wartet in einem etwas Windgeschützteren Bereich.

Ich klettere den ersten kleinen Anstieg, hier ist alles gut. Ich komme wirklich schön voran, die Schwierigkeiten sind recht überschaubar. Der Fels lässt sich gut klettern und ich kann mittels „Köpfelschlingen“ sehr gute Zwischensicherungen anbringen.

Weiter oben wird es dann etwas schwieriger. Ich stecke in einer Flanke. Vergleichbar mit einer „Wühlmaus“, grabe ich mich nach oben. Zwischendrin kann ich immer wieder gute Sicherungen anbringen und finde guten Halt am Fels zum klettern. Am Grat angekommen, sind es nur noch wenige Meter zum Gipfel. Dieser ist trotz vereisten Fels recht schnell erreicht. Aufgrund des starken Windes, baue ich schnell einen Stand auf und gebe Manfred das Zeichen, das die Gruppe nachkommen kann. Natürlich dauert es nicht lange und Manfred steht bei mir. Wie die „Königspinguine“ stehen wir am Grat und warten auf den Rest der Gruppe. Die sind zum Glück auch schnell da. Leider konnten wir den Ausblick in die Schweiz nicht so genießen. Ich habe sogar ein Gruppenbild vergessen. Es war zu kalt!

Runter vom Gipfel, rein in die Pulverabfahrt

So schnell wir am Gipfel waren, so schnell sind wir auch wieder beim Skidepot. Schnell haben wir die Ski an den Füßen und es gehen über die Scharte zurück auf den Chalausferner. Dort angekommen noch einmal eine kurze Pause. Dann können wir den Pulver genießen. Eine traumhafte Abfahrt. Top.

An der Jamtalhütte angekommen sind wir alle sehr glücklich. Ein wundervoller Ausbildungstag. Eine großartige Woche. Persönlich habe ich wieder viel gelernt. Danke auch an Manfred, unseren Bergführer, der uns immer viel Platz ließ innerhalb der Ausbildung, um selber unsere Fehler zu erkennen und daraus zu lernen. Hier noch ein paar Bilder.