Sabrina und ich kurz vor dem Start … ©wusaonthemoutain.at
Das war Sie nun die Transvulcania 2015. Wie letztes Jahr, sitze ich (Wu) in der Hotellobby neben Ryan und Emelie und schreibe diesen kleinen Bericht. Doch diesmal ist es anders als 2014. Dieses Jahr hatten Sabrina und ich leider unsere Probleme. Sabrina steckte kurz nach dem Start für 30min im Stau bei der ersten Engstelle und wurde so leider aufgrund der um eine Stunde verkürzten (zum Vorjahr) Cut Off Zeit, am El Pilar (KM24,4 und 2200HM) aus dem Rennen geholt.

Ich hingegen hatte ab dem KM 10 mit Magenproblemen zu tun, die mir später zum Verhängnis wurden. Und so stieg ich bei KM47 und 3400HM aus. Und so gab es für keinen von uns beiden einen Medaille und auch kein Finisher Shirt. Also ein schwarzer Tag bei WUSAONTHEMOUNTAIN. Oder war er doch nicht so schwarz? Es wird wohl bei mir noch ein Zeit lang dauern.

Aber beginnen wir diesen kleinen Bericht am Anfang:

 
Die Nacht war sehr kurz, dementsprechend waren Sabrina und ich natürlich aus sehr nervös. Ja klar, wer ist das nicht, so kurz vor dem Start eines der schönsten und spektakulärsten Rennen der Welt. Diesmal waren wir aber eine größere Gruppe: Daniel, Steve, Roli, Alexandra, Helga, Rupert, Tobias, Norbert und die Wusa´s. Da wir letztes Jahr auch gestartet sind, wussten wir was uns am Leuchtturm erwarten würde, sehr kalter Wind. Da wir aber dieses Jahr im ersten Bus saßen, konnten wir uns schnell die besten Plätze am Leuchtturm sichern und so die kommenden 1h30min windgeschützt verbringen.
 
Eine Busfahrt die ist lustig ´… ©wusaonthemoutain.at
Dann ging es auch schon runter in den Startbereich. Schnell einen guten Startplatz gesucht und dann die letzten Minuten warten bis es wieder heiß VENGA, VENGA!
 
Gleich geht es los … ©wusaonthemoutain.at
Wir sind schon heiß… ©wusaonthemoutain.at
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v.l.n.r: Wu, Sabrina and Rupman „The Aggresive Dowhill-Machine“ ©wusaonthemoutain.at
Rupman und Steve von UPTOTHETOP.de ©wusaonthemoutain.at
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Gleich vom Start weg, war ich eigentlich in einer sehr guten Position. Ich konnte mich bei der ersten Engstelle recht gut durchschummeln und so auch recht zügig an Höhenmeter gewinnen. Bis Los Canarios bin ich eigentlich sehr gut unterwegs gewesen. In Los Canarios war es wie letztes Jahr. Das ganze Dorf stand auf der Straße und feuerte uns an. So etwas gibt es nur hier, einfach „unbeschreiblich“, alleine dafür lohnt es sich hier am Start zu stehen. Bei der ersten Verpflegungsstelle, hab ich dann schnell noch zwei Wasser getrunken und bin dann wieder los.

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Wie das Drama begann: Kurz nach der ersten Verpflegungsstelle ging es dann los: Ich spürte einen massiven „Knödel“ im Bauch, ich bekam keine Luft mehr und so musste ich das Tempo herausnehmen. Bei der zweiten Verpflegungsstelle hab ich mir dann Zeit gelassen, aber einen großen Fehler gemacht, ich hab noch mehr Wasser nachgetrunken und dann wahrscheinlich noch in zu großer Menge. Ab diesen Zeitpunkt kamen dann Magenkrämpfe dazu. Irgendwie schaffte ich es die Höhenmeter hoch zu gehen, bei dem Sand war ein Laufen ja sowieso nicht möglich. Oben angekommen, musste ich einmal eine kleinere Pause machen von ein paar Minute. Ich hoffte so das sich der Knoten im Magen lösen würde, leider war das dann nicht der Fall und so habe ich mich langsam in den ersten Downhill geworfen. Am Anfang eher schlecht, aber dann immer besser werdend konnte ich ganz gut zur nächsten Verpflegungsstelle nach El Pilar laufen. Auf den 700 HM bergab, wurde der Magen ein wenig besser. Eigentlich wollte ich aufgrund der Magenprobleme an der Verpflegungsstelle El Pilar aussteigen. Ich hatte eigentlich mit dem Rennen schon abgeschlossen. Aber da kam Rupi von hinten zu und motivierte mich. Das gab mir wieder Kraft und ich beschloss an der Verpflegungsstelle einfach in Ruhe etwas zu trinken, essen und dann nach einer Pause weiter zu machen. Mal schauen wie lange es noch gut geht, ja vielleicht wird es sogar besser.

Sonnenaufgang … ©wusaonthemoutain.at
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Die nächsten 7KM waren das flachste Stück vom Rennen. Es ging entlang einer Schotterstraße weiter, hier wurde es mit meinen Magen auch wieder besser, ja sogar kurzzeitig gut. Und so konnte ich wieder laufen. Hier ist es mir gefühlt um einiges besser gegangen als 2014, so schöpfte ich wieder neue Motivation, an Aussteigen war jetzt nicht mehr zu denken. An der nächsten Verpflegung angekommen, habe ich nur etwas getrunken, aufgrund der Magenprobleme habe ich es nicht riskiert noch mehr zu essen, oder ein Gel einzuwerfen. Mir war zwar nicht übel, aber ich wollte nicht wieder riskieren Magenkrämpfe zu bekommen.

 
Jetzt geht’s los auf den härtesten Abschnitt … ©wusaonthemoutain.at

Jetzt wartete der längste Abschnitt zwischen den Verpflegungsstellen auf mich. Laut Plan 12,4km, sehr technische und heiße Kilometer, ich denke die langsamsten im ganzen Rennen. Die Temperaturen und der nicht vorhandene Wind machten die Sache fast unerträglich, ich nahm das Tempo etwas raus, ich wollte auf keinen Fall ein Hitzeopfer werden. Aber leider war es aus heutiger Sicht hier schon zu spät.
 

Von da hinten komme ich her … ©wusaonthemoutain.at

Am Refugio Punto de Los Roques oder so ähnlich, einer kleinen Zwischenstation, holte ich mir noch einmal Wasser. In der Hoffnung das die Verpflegungsstation nicht mehr weit entfernt sein kann, ich konnte mich auch nicht mehr erinnern wie es letztes Jahr war. Und so startete ich recht zügig weiter.

 
Schön ist es  … ©wusaonthemoutain.at

Aber ab hier wurde es sehr hart, es war brutal heiß, die fehlende Nahrungsaufnahme machte sich jetzt bei mir bemerkbar und so nahm ich so schnell es ging und mein Magen zuließ Gel´s. Ich nahm den Knödel im Bauch einfach in Kauf. Ich musste Energie zu mir nehmen, denn die wurde mir hier regelrecht aus dem Körper gesagt. Die Beine fühlten sich noch richtig gut an, aber ich bekam keine Luft mehr, der Körper regulierte sich nach unten. Und dann gab ich mir noch den finalen Todesstoß. In einem kurzen Waldstück sah ich ein paar Läufer stehen mit Streckenposten etc. Eigentlich dürfte hier ja keine Verpflegungsstelle sein, das wusste ich, aber letztes Jahr war hier eine, und wenn das Läufer mit Streckenpersonal stehen…dann nahm ich mein restliches Wasser und hab das getrunken. Ich weiß nicht warum ich das gemacht habe, ich denke es war einfach ganz klar, da gibt es Wasser…wenn ich heute darüber nachdenke, ein riesen Fehler! Aber gut. Ich kam da an und es gab genau KEIN Wasser sondern nur Apfel. Ich aß ein Stück ohne stehen zu bleiben und hoffte jetzt irgendwie bis zur nächsten Versorgungsstelle ohne Wasser durchzukommen. Aber diese kam leider nicht so schnell wie gewünscht, laut Plan sollten es ja 12,7km sein, tatsächlich waren es aber dann noch ungefähr 4km mehr. Das hieß für mich ich war jetzt schon sehr lange ohne Wasser unterwegs. Danach ging alles ganz schnell. Ich wurde immer langsamer. Ich fing an Bergauf leichte Schlangenlinien zu gehen und konnte Bergab nur mehr sehr komisch laufen. Ab diesen Zeitpunkt wusste ich, das Rennen ist vorbei. Ich konzentrierte mich so gut es ging und lief zum nächsten Streckenposten. Da angekommen legte ich mich neben ihm auf den Boden und sagte nur ich brauch Wasser und einen  Sani. Völlig dehydriert und mit absolut leeren Magen lag ich im Vulkanstaub. Und wartete das erste mal in meinen Leben auf einen Sanitäter. Der kam dann recht schnell ohne Wasser und überprüfte Blutdruck, Puls und Sauerstoffgehalt. Dann sagte er alles gut, ich bin stark. Geht schon wieder! Ich versuchte aufzustehen aber es ging nicht. Ja ich konnte nicht einmal mehr richtig sprechen, ich brauchte dringend Wasser. Nach ca. 15 Minuten liegend am Boden, konnte ich wieder aufstehen und so ging ich alleine zu einem Krankenwagen der 100m unter der Strecke auf einer Straße stand. Auf dem Weg dorthin musste ich weinen, ich war derart enttäuscht das ich gescheitert bin, das ich es nicht schaffen werde heute. Die vielen Stunden an Training, jeden Tag, Woche um Woche. Und dann DNF! Scheiße! Ich setzte mich, auf einen kleinen Stein und weinte, ich musste einfach nur weinen.

 
Was bleibt jetzt ein Tag nach meinen ersten DNF, viel zu viel. Man denkt die ganze Zeit nach, ob man richtig und genug trainiert hat. Ob man weiter machen hätte sollen. Wie weit darf bzw. soll man gehen? Welche Fehler habe ich bei den Verpflegungsstellen gemacht? Oder es war einfach nicht mein Tag? Vielleicht sucht man viel zu viele Ausreden. Ich hab keine Ahnung. Eines weiß ich aber, es schmerzt eine Rennen nicht als Finisher zu beenden. Es schmerzt aber noch viel mehr, darüber nachzudenken über das „WENN ICH, HÄTTE ICH,….“ Vielleicht ist es halt so, man kann nicht immer ein gutes Rennen laufen, man kann nicht immer stark sein, man kann nicht immer davon ausgehen, das alles gut läuft.


4km vor dem Finalen Downhill war Schluss … ©wusaonthemoutain.at

Besonders leid tut mir es aber für Sabrina. Sie hat wirklich hart trainiert die letzten Monate für dieses Rennen. Das wir im Stau stehen würden, das wussten wir. Das dies aber im Falle von Sabrina so lange dauert, wussten wir nicht oder dachten wir auch nicht. Und das es knapp werden würde, mit den neuen Cut Off Zeiten auch – aber eine halbe Stunde kann sie einfach noch nicht rein laufen. Schade! Aber ich denke auch Sie wird die TransVulcania nicht das letzte mal versucht haben.

 
Ich denke die TransVulcania ist auch heuer wieder ihrem Namen gerecht geworden. Sehr viele Leute die ich kenne, mussten gestern aussteigen, aber glücklicherweise sind sehr viele Leute auch durchgekommen! Gratuliere, Bravo Jungs! Steve, Rupi, Daniel, Roli und Tobias konnten das Rennen beenden. Und holten sich die Finisher Medaille.

Was bleibt für mich, die Erinnerung an 2014. Aber wir kommen wieder! Keine Frage.

Aber es ist und bleibt trotz allem (halbwegs) AWESOME!

Delfine schauen fahren … ©wusaonthemoutain.at
Delfine woohooo ©wusaonthemoutain.at
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Die Insel La Palma ©wusaonthemoutain.at
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Rupman und Wu ©wusaonthemoutain.at
Ein wenig kurvig ©wusaonthemoutain.at
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