Seit sechs Jahren fuhr ich nun bereits an ihm vorbei. Immer wieder habe ich rauf geschaut und gedacht, da muss ich auch endlich mal rauf. Und trotzdem hat es jetzt sechs Jahre gedauert, dass ich dem Tristkopf (2110m) aufs Haupt gestiegen und mich endlich mal dem Hagengebirge genähert habe. Der Wu hat sich auf Grund seiner letzten größeren Aktion mit Simon (die Begehung und Überschreitung aller drei Gebirgsgruppen rund um Werfen in 24 Std.) geweigert, noch einmal den steilen Anstieg auf den Tristkopf im Sommer zu gehen. Aber da ich jetzt wohl genug gejammert hatte, machte er eine Ausnahme. Und wir hatten am vergangenen Samstag (29.10.) eine liebe Begleitung durch Lucy und Leni. Gemeinsam starteten wir gegen 08:30 Uhr im Schotterwerk der Sulzau. Der Wetterbericht sagte ab Mittag ein wenig Sonne an, aber vor allem sollte der Hochnebel und die Wolkenfelder ab Mittag verschwunden sein. Wir verzichteten auf Regenjacken. Ich setzte dafür sogar meine Sonnenbrille auf.

So ein Schotterwerk ist schon groß

Wir gingen durch das Betriebsgelände des Schotterwerks und zweigten dann links in den Wald auf den Weg 450 ab. Den Weg auf den Tristkopf kann man quasi gar nicht verfehlen. Es geht immer steil bergauf, in sehr vielen Serpentinen. Zunächst durch den Laubwald, bis wir die ehemalige Brunnalm erreichten. Dann wechselt der Laubwald zum Nadelwald, aber die Steilheit und Serpentinen bleiben. Weiter steil bergauf und je höher wir kamen, umso mehr nieselte es aus dem Nebel. Und anstatt die Sonnenbrille aufzusetzen, zog ich Handschuhe an.

Wir erreichten das Kar unterhalb des Hochtors und mussten feststellen, dass es eher nach Regen aussah anstatt Wolkenlosem Himmel. Aber wir motivierten uns immer weiter hinauf. Luke und Leni hatten so oder so ihren Spaß. Der Weg ist nun deutlich felsiger, aber noch immer gut gehbar. Oben am Hochtor empfing und ein schneidiger Wind, der die Sache nicht unbedingt angenehmer machte. Wir entschlossen uns trotzdem noch auf den Gipfel zu gehen, auch wenn die Aussicht auf das Hagengebirge wohl gleich null sein würde.

Aussicht, wo ist die Aussicht?

In etwa einer halben Stunde zogen wir die Serpentinen durch die Latschen weiter und erreichten im Sturm und null Sicht den Gipfel des Tristkopf (2110m). Mit Sicherheit ein schöner Gipfel und eine fantastische Aussicht. Allerdings hatten wir nicht viel davon und machten uns recht schnell wieder an den Abstieg. Es war bitterkalt. Einziger Trost war, dass wir die knapp 1650 Höhenmeter auch ganz schnell wieder unten sein würden. Denn auf dieser Tour geht es nahezu gerade rauf und runter. Und als wir den Nadelwald erreichten wurde es freundlicher und die Wolken rissen etwas auf. Nicht ganz, aber es wurde freundlicher und trocken. Schade eigentlich, aber in diesem Fall hätten wir wohl ein bisschen später erst los gehen sollen. Ein ganz wenig störend bei dieser Tour ist der ständige Straßenlärm der Autobahn und der Cross-Motorradstrecke im Tal. Diesen Lärm nimmt man leider bis zum Hochtor wahr. Als wir wieder zurück beim Schotterwerk waren, wurde es sogar sonnig und etwas wärmer. Wir würden unser Glück, das Hagengebirge und dessen Plateau zu sehen am nächsten Tag noch mal probieren.

Eine tolle Trainingstour, weil man hier wirklich 1600 Höhenmeter am Stück rauf gehen kann. Einsam ist es auch, aber Straßenlärm ein Begleiter.