Tourenplanänderung bereits auf den ersten 100 Höhenmetern – die Sonne heizt uns ein, es ist richtig drückend und wir irgendwie gesundheitlich nicht ganz auf dem Dampfer. Wir wollen auf die Ennskraxn in Kleinarl – ein imposanter Gipfel. Aber heute werden wir den Gipfel wohl nicht sehen. Müde Beine und die Schwülheit machen uns schon beim Ausstieg aus dem Auto zu schaffen.

Umentschieden: Lernen wir etwas Neues in Kleinarl kennen

Ausgangspunkt der Tour ist das Ortszentrum von Kleinarl (1014 m). Man kann aber etwas weiter die Straße hinauf beim offiziellen Parkplatz des Gasthaus Pröll parken.Wir starten dann direkt bei der Abzweigung nach rechts in einem weiten Bogen hinauf zur Jausenstation Ennskraxn. Und sind bereits alleine. Und schwitzen. Wir wählen den Aufstieg über die Wiesen nach Osten und dann über den markierten Weg entlang des Steinkargrabens. Man könnte auch die Forststraße wählen – das ist einfacher zum gehen, aber auch deutlich länger. Und uns wird hier heute schon klar – wir gehen nur eine gemütliche Runde und schauen uns mal die weniger spektakulären Berge an.

Der markierte Weg führt uns zur Steinkaralm auf 1700 Metern. Ein Paradies mit kleinem See, Kühen und einer tollen Hütte. Wir folgen jetzt nicht dem weiteren Aufstieg zur Ennskraxn sondern dem unmarkierten Forstweg, der aber eindeutig zu finden ist. Wenig später steigen wir dann schon wieder auf einem schmalen Pfad durch den Lärchenwald nach oben. Eine Bank verleitet zum Pause machen, wir gehen allerdings gleich weiter über den Grat in Richtung Moseregg. Nur ein paar Steigspuren findet man hier.

Latschentango und Murmeltierlöcher – bitte nicht umknicken

Wir erreichen das Moseregg. Unscheinbarer Gipfel und so einsam. Aber unglaublich entspannend. Die Aussicht ist auch nicht von schlechten Eltern. Wir suchen nach dem Weiterweg – finden allerdings nur etwas das so aussieht als könne es ein Steig sein. Durch die Latschen durch, über tiefe Löcher und dann kommen wir auf einen immer besser ausgetretenen Pfad. Zu unserer linken Seite wartet die Weißenhofalm zu unserer rechten Seite eine Herde Kühe. Vor uns bereits der Wildbühel. Über die Wiese kommen wir ohne Weg, dann nutzen wir den Durchschlupf und folgen dem jetzt wieder markierten Höhenweg hinauf auf den Wildbühel. Luke ist natürlich schon wieder zuerst oben.  So wunderbar ruhig heute. Fast schon merkwürdig, dass hier niemand unterwegs ist. Natürlich gut für uns. Ganz nebenbei bekommen wir das Gefühl, dass wir hier eine perfekte Lauftreffrunde erkunden – vor allem für Einsteiger. Wir merken uns die Tour schon einmal.

Ein Mooskopf ohne Moos, aber Schwarzbeeren und Alpenrosen

Der Weg zieht sich am Kamm entlang ohne viel Höhengewinn oder -verlust. Die Aussicht ist die ganze Zeit mehr als kitschig. Wir vergessen ein bisschen die Zeit hier oben. Einen kleinen steileren Anstieg haben wir noch, dann genießen wir unsere Pause am Mooskopf. So richtig viel Moos haben wir nicht entdeckt – allerdings überall Schwarzbeeren und Alpenrosen. Luke hat Spaß mit einem Stöckchen. Nach einer kurzen Zeit, ziehen wir weiter. Ein Stück zurück entlang des Höhenwegs und dann recht runter abzweigen. Wir kommen ins Skigebiet, nehmen die Piste ein Stück hinunter und dann den markierten Weg hinunter durch den Wald zum Gasthaus Galler. Kurz vorm Parkplatz erwischt uns noch unser erster Sommerregen dieser Saison. Tut eigentlich ziemlich gut. Schöne Runde mit 1150 Höhenmetern und 14 Kilometern.